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02.12.2009 06:59 Alter: 2 yrs

Agenda 2020

Kategorie: Hintergrundinfos
Autor: Norbert Drews

Die Wirtschaftskrise ist eine echte Chance, das Leben in Zukunft deutlich und nachhaltig ökologischer zu gestalten.

Dabei geht es nicht nur ums Klima: Dass Versorgungssicherheit nicht selbstverständlich ist, werden wir in den nächsten 10 Jahren lernen. Bei knapper werdenden Ressourcen oder politischen Konflikten wird es künftig vermehrt zu Energie-Engpässen (Öl-Lücken / Gas-Lücken) kommen, die dann auch zu Nahrungsmittelknappheit führen werden und zu extremer Verteuerung der Lebenshaltungskosten. Nur eine komplette Energiewende mit den Erneuerbaren sowie dezentrale Lösungen können da helfen.

Eine der höchsten Ziele für einen Staat bzw. eine Region muss jetzt die Energie-Autarkie sein, um unabhängig von auswärtigen Energielieferungen zu werden. Das geht von der energetischen Autarkie von fossilen Brennstoffen eines Hauses bis hin zur Autarkie eines ganzen Kontinents.
Staaten, die die Energiewende bis 2020 nicht zumindest annähernd geschafft haben, werden zwangsläufig in den Status eines Entwicklungslandes fallen, das in jeder Hinsicht erpressbar ist wie heute Bangladesh oder Mali - ökonomisch und politisch. Sie werden den Öl- und Gaskartellen und deren Mutterländer hilflos ausgeliefert sein! Schon jetzt diktieren z.B. Putin und seine Freunde manche Bedingung...
Der Lebensstandard der normalen Bevölkerung muss dann ins Bodenlose sinken. Daher sollte jede(r) die Möglichkeiten prüfen, sich unabhängig vom System zu machen, d.h. eigene Lebensmittel und Strom zu produzieren. Mit Umwelt-Technologien wird das möglich.

Eine weitere Gefahr geht vom bevorstehenden Ölpreisschock aus. Der Sommer 2008 mit seinen hohen Energiepreisen gab bereits einen Vorgeschmack darauf, was zwangsläufig zu einer globalen Rezession führen muss. Wäre die Bankenkrise nicht dazwischen gekommen, hätten wir es jetzt mit einer viel extremeren Rezession durch stetig steigende Energiepreise zu tun.
Momentan wird weniger gefördert und noch weniger neu erschlossen, was am Ende dieser (Banken-)Rezession durch die wieder ansteigende Nachfrage zu astronomischen Energiepreisen (und auch Lebensmittelpreisen) führen wird.
Das bedeutet: Nach der Rezession ist vor der Rezession.

Die Energiewende bis 2020 sollte der wichtigste Punkt eines jeden Konjunkturprogramms sein!

Eine neue produktive Kapazität, die noch Wachstum bieten kann, wird jetzt benötigt. Am wichtigsten für Klima, Umwelt und Wirtschaft ist jetzt die Förderung von Umwelttechnologien für Erneuerbare Energien: Schon jetzt decken Windanlagen in Kombination mit den anderen Erneuerbaren an manchen Tagen so viel des Bedarfs, dass die großen Stromkonzerne ihre elektrische Energie zum "negativen Preis" im Ausland anbieten.
Es ist technisch bereits ohne weiteres möglich, bis 2020 vollständig auf Erneuerbare Energien umzustellen. "Cleantech", also Hightech-Methoden, die regenerative Energien noch effektiver nutzen und gleich am Anfang der Verwertungkette schadstofffrei einhaken, macht es möglich. Nur müssen jetzt die Weichenstellungen, Rahmenbedingungen und Investitionen dafür her sowie eine wirklich ökologische Steuerreform, die emissions-, ressourcen- und verschmutzungsorientiert ist. Nur eine direkte Besteuerung fossiler Brennstoffe kann helfen, den Klimawandel abzubremsen.

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