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Agrarsprit bedroht die Guarani-Kaiowá in Brasilien
Kategorie: Erneuerbare EnergienAutor: Norbert Suchanek
„Die Herren des Agrobusiness behaupten, sie wollten Zuckerrohr nur auf degradierten Flächen Mato Grosso du Suls anpflanzen. Aber mit der Perspektive ständig steigender Profite haben sie ihre Ansicht geändert und kämpfen nun um die besten Flächen der Region, die Gebiete der Guarani-Kaiowá“, Egon Heck
Im Schatten des international bekannten Pantanals allerdings vollzieht sich bereits eine andere Tragödie. Betroffen sind diejenigen, die seit jeher in Brasilien keine echte Lobby haben. Die letzten indigenen Völker Mato Grosso du Suls. Laut vorläufiger Statistik des Indianermissionsrats (CIMI) wurden 2007 in ganz Brasilien 76 Indianer umgebracht - über die Hälfte davon, 48, in Mato Grosso do Sul. Eine der Ursachen: Kampf um Land!
„Die Herren des Agrobusiness behaupten, sie wollten Zuckerrohr nur auf degradierten Flächen Mato Grosso du Suls anpflanzen. Aber mit der Perspektive ständig steigender Profite haben sie ihre Ansicht geändert und kämpfen nun um die besten Flächen der Region, die Gebiete der Guarani-Kaiowá“, erläutert Egon Heck, CIMI-Koordinator von Mato Grosso do Sul. “Auf den weniger produktiven Böden kann man 70 bis 80 Tonnen Zuckerrohr je Hektar erzielen, aber auf den Flächen der Guarani-Kaiowá bis zu 120 Tonnen je Hektar.“ Für die Elite des Agrobusiness seien die Guarani-Kaiowá schlichtweg ein unliebsames Hindernis, das es zu beseitigen gelte, so Heck in einem Interview mit Instituto Humanitas Unisinos (IHU), vergangenen November 2007. Grosse multinationale Gruppen kauften strategisch wichtige Flächen auf, um die großen Naturressourcen des Landes wie Wasser zu kontrollieren: Stichwort Aquífero Guarani.
Unabhängig davon, dass Zuckerrohr ohne ausreichend Wasser nicht anzubauen ist, benötigen auch Ethanolfabriken das kostbare Nass: 3 bis 5 Liter je Liter Alkohol. Gleichzeitig belasten sie die Umwelt im Schnitt mit bis zu 13 Liter Abwasser.
Norbert Suchanek, Rio de Janeiro
Norbert Suchanek
Journalist und Autor
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