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03.02.2003 17:44 Alter: 9 yrs

Antennenstandort: Bürger funken dazwischen

Kategorie: Mobilfunk
Autor: Bürgerinitiative Omega Klaus Rudolph

Gegen die geplante Mobilfunkantenne nahe des Burkhardtshofs macht eine Bürgerinitiative mobil.

ZVW Online Lokales 31.1.2003

Von unserem Redaktionsmitglied Barbara Pienek

Stadt Winnenden. Erst im Wohngebiet Bürgäcker, jetzt in der Ruitzenmühle: Der Widerstand gegen die Installation von Mobilfunkmasten keimt mit jedem Standortwechsel wieder auf. Gegen den flächendeckenden Ausbau des Mobilfunknetzes macht eine Bürgerinitiative mobil, sie fürchtet Gefahren elektromagnetischer Strahlen.

Um pro oder contra Handy geht’s den Mobilfunkgegnern nicht. Der flächendeckenden Konzentration von Sendemasten vor allem in UMTS-Standard haben sie den Kampf angesagt. Alle 500 Meter ein Mast das ist für Patrick Dillmann die reinste Horrorvorstellung. Gemeinsam mit anderen Mobilfunkgegnern versucht der Höfener darum seit Anfang des Jahres die Installation einer Antennenanlage nahe der Bushaltestelle Burkhardtshof zu verhindern. Als ersten Schritt sozusagen. Denn eigentlich geht’s der Bürgerinitiative auch darum, „dass es keine weiteren in der Region gibt“, konkretisiert Sabine Spindler, die kürzlich mit ihrem Handy auch das strahlenintensive schnurlose Telefon abgeschafft hat.

Lern-, Konzentrations- und Verhaltensstörungen bei Kindern, Blutdruckentgleisungen, Herzrhythmusstörungen, Herzinfarkte und Schlaganfälle immer jüngerer Menschen, Kopfschmerzen, Schlafstörungen, Ohrgeräusche und sogar Krebserkrankungen das alles befürchten die Mobilfunkgegner bei einem weiteren Ausbau des Netzes. Sich selbst, ihre Kinder, ältere Menschen, ja eigentlich die Masse der Bevölkerung wollen sie vor den Gefahren schützen, die Verantwortliche ihrer Meinung nach immer wieder als Panikmache abtun.

Im Internet, über zahlreiche Broschüren und beim Dachverein „Mobilfunk Bürgerforum“ haben sie sich informiert, und erfahren, was vielen offenbar noch immer nicht bewusst ist: Die Grenzwerte, die beim Aufbau einer Antennenanlage nicht überschritten werden dürfen, beziehen sich ausschließlich auf die thermischen Effekte, also auf die Erwärmung des Körpergewebes. Physiologische und funktionelle Veränderungen, vor deren Auswirkungen auch die Unterzeichner des so genannten „Freiburger Appells“ warnen, sind von den Grenzwerten nicht abgedeckt.

„Fängt man an, sich mit dem Thema zu beschäftigen, dann wird’s einem schlecht“, sagt Sabine Spindler und wurde darum mit anderen Bürgerinitiativ-Mitgliedern schon bei Oberbürgermeister Bernhard Fritz vorstellig. Bei einem Gang von Haus zu Haus mobilisierten sie mittlerweile fast 200 Personen, die die Gefahren eines flächendeckenden Mobilfunknetzes nicht hinnehmen wollen. Seit einer Woche liegen in Höfen, Birkmannsweiler und Winnenden die Unterschriftenlisten der Mobilfunkgegner aus. Am geplanten Standort des Sendemastens lehnen sie die Installation einer Mobilfunkantenne via Holzschild dankend ab. „Wenn man dem nicht Einhalt gebietet, dann wird ein Großversuch gestartet“, ist Patrick Dillmann überzeugt.

Ob sich der Mobilfunkmast zwischen Höfen und Birkmannsweiler aber verhindern lässt, ist fraglich. Der rechtliche Spielraum ist gering. Sind die offiziellen Grenzwerte eingehalten, haben die Gemeinden keine Handhabe darauf wies die Stadt Winnenden schon in einer von ihr organisierten Podiumsdiskussion im April vergangenen Jahres hin. Hinnehmen will die Bürgerinitiative dies aber nicht ohne weiteres „es gibt auch mobilfunkfreie Gemeinden“, sagt Patrick Dillmann.

Im Winnender Rathaus ging der Bauantrag des Mobilfunkbetreibers D2-Vodafone mittlerweile übrigens ein. In einer seiner nächsten Sitzungen wird der Technische Ausschuss über den Antrag befinden.

Zur Erinnerung: Vor mehr als zwei Jahren hatte die Stadt Winnenden den nicht genehmigten, weil über zehn Meter hohen Masten nahe des Wohngebiets Bürgäcker in Birkmannsweiler umlegen lassen. Seither sucht der Mobilfunkbetreiber im Einvernehmen mit der Stadt nach einem geeigneten Standort.

+ Weitere Informationen zur Bürgerinitiative gibt’s zum Beispiel bei Familie Spindler, Tel. 135688.



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