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30.01.2003 17:53 Alter: 8 yrs

Arbeit der Strahlenschützer „kriminell“

Kategorie: Mobilfunk
Autor: Bürgerinitiative Omega Klaus Rudolph

Wissenschaftler könnten laut Zwerenz die Unschädlichkeit nicht nachweisen. Sie könnten nur sagen, sie hätten nichts gefunden. Dies bedeute bestenfalls, dass in der falschen Ecke geforscht worden sei. Aus mittlerweile 20000 Untersuchungen hätten die Betreiber keine 200 vorlegen können, in denen keine Schädigungen nachgewiesen worden seien.

Angesichts der heutigen Erkenntnisse unterstellte Zwerenz Betreibern, Politikern und der Strahlenschutzbehörde einseitige Informationspolitik. Die Arbeit der Strahlenschutzkommission bezeichnete er gar als kriminell. Die STOA-Kommission des EU-Parlaments habe 2001 kritisiert, dass Hinweise, dass Technologien möglicherweise nicht sicher seien, von der Industrie missachtet und dadurch ethische Fragen aufgeworfen würden. Zwerenz zitierte auch die Empfehlung des neuen Präsidenten des Gremiums, Professor König: „Eltern sollen ihre Kinder möglichst von dieser Technologie fernhalten.“ Er forderte deshalb als Grenzwert den seit Februar 2002 geltenden Salzburger Vorsorgewert von 0,1 Nanowatt/Quadratzentimeter.

Strahlung an jedem Ort

Bezüglich der Strahlenbelastung sagte der Referent, dass in unvermeidbaren Fällen ein stärkerer Sender außerhalb von Wohngebieten einem schwächeren Sender in einem Wohngebiet vorzuziehen. Er widersprach der Auffassung, dass direkt unterhalb einer Mobilfunkanlage nur eine geringe Nebenstrahlung bestünde.

In der anschließenden Diskussion verdeutlichten Bewohner von Nachbargemeinden, wie schwierig es ist, Mobilfunkmasten zu verhindern. Die Versammlung war sich aber einig, dass Mobilfunk ein gesamtgesellschaftliches Problem sei und die Lebensqualität beeinträchtige.

Durch umfassende Aufklärung müsse die Einstellung und das Verbraucherverhalten der Menschen geändert werden. Den Menschen würde permanent suggeriert, dass es ohne Handy nicht mehr gehe. Umgekehrt würden Menschen durch die Werbung immer unselbstständiger. Es entstünde immer mehr Stress, seien Mitarbeiter nicht mehr so leistungsfähig, die Betriebsathmosphäre würde immer schlechter. Wenn jedoch Gespräche auf das wirklich Notwendige reduziert würden, könnte die Hälfte der Anlagen abgebaut werden, so Zwerenz.

Deshalb seien die Medien, aber auch persönliches Engagement gefordert, meint Erich Porsch. Kinder müssten im Unterricht über die Risiken aufgeklärt werden. Eltern sollten ermutigt werden, auch einmal ein „Handyverbot“ auszusprechen. Durch politischen Druck und Petitionen sollten die Abgeordneten gezwungen werden, die Grenzwerte drastisch zu senken.

Menschen vor Ort, so Manfred Krodel und andere, müssten sich zu Bürgerinitiativen zusammenschließen, Unterschriften sammeln und durch Informationsdruck die Entscheider zum Handeln zu zwingen. Für Speichersdorf steht hierfür Norbert Pietsch als Ansprechpartner zur Verfügung. Durch Einigkeit in der Wohnbevölkerung könnten Privatstandorte verhindert werden. Da auf Grund der Gesetzeslage keine rechtliche Handhabe bestehe, Anlagen zu verhindern, forderte Wolfgang Hübner, einen bayernweiten Bürgerentscheid anzustreben. Da der eigentliche Ausbau der Netze sowie deren Ergänzung durch UMTS erst noch bevorstehe, sei es dafür noch nicht zu spät.

Quelle: Der Neue Tag Lokales 28.1.2003

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