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Beschönigtes Umweltgutachten
Kategorie: NaturschutzAutor: Norbert Suchanek
Umweltminister Minc, der ehemalige Mitgründer der Grünen Partei Brasiliens, rechtfertigt das Wasserkraftwerk Belo Monte mit dem Argument des Klimaschutzes. Das Megastaudammprojekt sei "Teil von Brasiliens Kampf gegen den Klimawandel", so Minc, der sich damit gegen die Erkenntnisse der Wissenschaftler des zum brasilianischen Forschungsministeriums gehörenden Amazonasforschungsinstituts INPA stellt. Schon vor Jahren haben die brasilianischen Klima- und Amazonasforscher nachgewiesen, dass Wasserkraftwerke in den Tropen alles andere als eine saubere, klimafreundliche Energiequelle sind, sondern klimaschädlich, weil sie erhebliche Mengen an Treibhausgasen, vor allem das gefährlichere Methan freisetzen. Wasserkraftwerke seien regelrechte Methanfabriken, sagt INPA-Forscher Philip Fearnside. Das Umweltgutachten zu Belo Monte allerdings rechne die Treibhausgasemissionen herunter und ignoriere die im Wasser gebundenen Methanmengen, die beim passieren der Turbinen frei werden.
Norbert Suchanek, Rio de Janeiro
Norbert Suchanek
Journalist und Autor
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