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02.06.2007 23:49 Alter: 5 yrs

Eingeschmiert, nicht angeschmiert - Was Mütter über UV-Filter in Kindersonnencremes wissen sollten

Kategorie: Gesundheit und Ernährung
Autor: Petra Plaum, Hausfrauenrevolution

Kinder mit Sonnencreme einschmieren ist gut – oder? Seit einigen Jahren machen junge Mütter sich da so ihre Gedanken. Erst 2006 stellte das Magazin Ökotest in 15 von 27 getesteten Sonnenschutzprodukten für Kinder umstrittene chemische UV-Filter fest. Ein Team von Wissenschaftlern um die Umwelttoxikologin Dr. Margret Schlumpf von der Uni Zürich fand heraus, dass einige von ihnen wie ein Hormon wirken.

Verfasser: Petra Plaum, Hausfrauenrevolution, neuenachricht.de

Sie beeinflussen bei Tieren, die sie frühzeitig zu sich nehmen, das Wachstum und die Fortpflanzungsorgane. Wassertiere kommen heutzutage sehr leicht mit UV-Filtern in Kontakt: wenn eingecremte Menschen im Baggersee plantschen, zum Beispiel. Aber auch Menschenkinder bekommen leicht größere Mengen von UV-Filtern in den Körper. Einige durchdringen nämlich die Haut und erreichen eventuell schon ungeborene Kinder, auf jeden Fall über die Muttermilch aber gestillte Babys. Auch Flaschenkindern nuckeln gern an ihrer oder Mamas Haut herum... Wer also auf Nummer Sicher gehen möchte, hört auf die Wissenschaftler und steigt während Schwangerschaft und Stillzeit und fürs Baby und Kleinkind auf Cremes mit anderen Filtern um.

Sonnenschutz am Besten ohne Chemie

Die Mütter in meinem Umfeld reagierten schnell auf die Ökotest-Ergebnisse: viele fingen an, die Inhaltsstoffe auf den Cremepackungen sorgfältig zu lesen und wechselten gegebenenfalls die Marke. Andere ließen den Sonnenschutz gleich ganz weg, ignorierend, dass UVA- wie UVB-Strahlen die Haut schädigen. Die Kosmetikindustrie reagierte auch: Inzwischen sind die meistdiskutierten chemischen UV-Filter durch andere chemische Filter ersetzt worden. Können Mamas nun also ohne Sorgen sich selbst und den Nachwuchs einschmieren? „Nein“, warnt Margret Schlumpf. Sie bleibt bei allen chemischen UV-Filtern skeptisch. ,,Zu den meisten anderen UV-Filtern gibt es noch kaum Forschungsergebnisse bezüglich ihrer Wirkungen auf Ökosphäre, also Umwelt, oder Fortpflanzung“, hebt sie hervor. Den Verbraucherinnen legt sie zunächst nicht-kosmetischen Sonnenschutz ans Herz: Eine breitkrempige Kopfbedeckung, Kleidung, die viel Haut bedeckt und Schattenspender wie Sonnenschirm oder –segel. Wer zudem so in die Sonne geht, wie es Hautärzte empfehlen – am besten nur vor elf oder nach sechzehn Uhr – schützt sich ebenfalls gut. Wo darüber hinaus UV-Filter nötig sind, da empfiehlt Margret Schlumpf Produkte mit Pigmenten von Mineralien wie Zinkoxid, die vielen neueren Sonnencremes als mineralischer bzw. physikalischer UV-Filter zugesetzt sind.

Mineralien schützen anders

Den Unterschied zwischen chemischen und mineralischen/physikalischen UV-Filtern erklärt die Hautärztin Dr. Sabine Zenker, die in München eine eigene Praxis hat und als Beratende Dermatologin für L’Oréal Paris tätig ist. ,,Chemische Filter dringen in die Hautoberfläche ein und absorbieren die UV-Strahlung, diese wird dann in unschädliche Strahlung anderer Frequenzen umgewandelt. Die physikalischen Filter lagern sich auf der Hautoberfläche an und bedecken diese dann mit einem meist weißlichen, sozusagen mechanisch wirkenden, die UVA- und UVB-Strahlen reflektierenden Schutzfilm.“

Sie betont, dass die meisten Menschen die physikalischen Filter gut vertragen und dass diese darum gerade für empfindliche Kinderhaut ideal sind. Außerdem schützen sie, anders als chemische Filter, sofort gegen UV-Strahlen. Weshalb also überhaupt noch chemische Filter benutzen? Die Antwort kennt, wer jemals sowohl Cremes mit chemischen als auch jene mit mineralischen Filtern ausprobiert hat: Chemischer UV-Schutz sieht besser aus und lässt sich leichter verteilen. Wo die Mineralien stets ein wenig schmieren und einen weißen Schimmer hinterlassen, bleiben Cremes mit chemischen Filtern unsichtbar. Und extrem hoher Lichtschutz mit LSF über 50 wird zurzeit sowieso nur mit chemischen Filtern angeboten. Er macht für extrem hellhäutige Menschen, in den Bergen oder in den ersten Tagen am Meer Sinn.

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