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Energieeffizienz: „Wer nicht saniert, verheizt sein Geld“ - Wie man aus einer alten Hütte ein smartes „Drei-Liter-Haus“ machen kann
Kategorie: KlimaschutzAutor: Ansgar Lange
Wer es in den eigenen vier Wänden gemütlich warm haben will, muss ordentlich ins Portemonnaie greifen. Die Heizkostenbelastung der deutschen Haushalte hat sich in den vergangenen zehn Jahren im Durchschnitt fast verdoppelt.
„Online-Nachrichtendienst NeueNachricht“ (
www.ne-na.de)
Bonn/Rheinbach – Wie man aus einer alten Hütte ein smartes „Drei-Liter-Haus“ machen kann, beschreibt Ansgar Lange in der aktuellen Ausgabe des Magazins
Rathausconsult (Ausgabe 2/2008, S. 38-40). Auch bei Mehrfamilienhäusern des kommunalen Wohnungsbestandes.
„Wer nicht saniert, verheizt sein Geld“, sagt daher Felicitas Krause, Energieexpertin bei der Deutschen Energie-Agentur (dena). Besserung ist nicht in Sicht, denn langfristig werden die Preise weiter anziehen. Doch man ist diesem Schicksal nicht hilflos ausgeliefert. Wer einem alten, unsanierten Eigenheim moderne Heizungstechnik, dichte Fenster und eine gute Dämmung spendiert, kann seinen Energieverbrauch nach Angabe der dena-Expertin um im Schnitt 80 Prozent senken.
„Würden Sie einen Oldtimer fahren, der rund 40 Liter Sprit auf 100 Kilometer schluckt?“, fragt Dr. Stephan Schmidt, Bereichsleiter Kommunikation bei Evonik Wohnen. Evonik ist aus dem Ruhrkonzern RAG hervorgegangen und bündelt drei Sparten, die nicht zum traditionellen Bergbau zählen. Dazu gehören die Chemie der bisherigen RAG-Tochter Degussa, die Energie der Strom-Tochter Steag und der Immobilienbereich. Für den Essener Konzern ist der Megatrend Energieeffizienz einer der großen Wachstumstreiber der Zukunft.
„Mit dem ‚Drei-Liter-Haus’ am Standort Düsseldorf hat das Unternehmen eines der sparsamsten Häuser Deutschlands realisiert – ein Pilotprojekt mit Vorbildcharakter“, erläutert Schmidt. Bei der Häuserzeile in Düsseldorf-Eller handelt es sich um eine Wohnanlage mit 24 Einheiten, die in den Jahren 1964 bis 1969 gebaut wurde. Die Wohngebäude sind Teil des Modellprojekts „Niedrigenergiehaus im Bestand“, das die dena in Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium für Verkehr, Bau- und Stadtentwicklung initiiert hat. Nach Abschluss der Modernisierungsarbeiten im vergangenen Jahr verfügt das Quartier über ein eigenes Miniblockheizkraftwerk, eine 144 Quadratmeter große Fotovoltaikanlage sowie dezentrale Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung, einer Dreifachverglasung und einer Wärmedämmung der Außenwände.
„Die Wohngebäude sind nach ihrer Modernisierung Niedrigenergiehäuser im besten Sinne des Wortes. So verringert sich der Primärenergiebedarf von 286 kWh pro Quadratmeter und Jahr auf nur 36,2 kWh. Dies entspricht einer Einsparung von 87 Prozent“, rechnet Evonik-Sprecher Schmidt vor. Damit liegen die modernisierten Mehrfamilienhäuser deutlich unter den Vorgaben der Energiesparverordnung (EnEV) für Neubauten. Außerdem sie die energetische Modernisierung auch ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz. Das „Drei-Liter-Haus“ in Düsseldorf reduziert den CO2-Ausstoß um 160 Tonnen im Jahr.
Ölschlucker erzielen am Markt keinen guten Preis
Viele Bürger scheuen jedoch die nötigen Investitionen für eine Sanierung. Bei der dena ist man hingegen davon überzeugt, dass sich die finanziellen „Opfer“ auf lange Sicht lohnen. Selbst wenn man von einer moderaten Steigerung der Energiepreise von nur fünf Prozent pro Jahr ausgeht, bewahrheite sich der Spruch, dass derjenige, der nichts unternimmt, sein Geld verheizt, so die Energieexpertin Kraus: „Auch aus wirtschaftlicher Sicht ist eine energiesparende Sanierung daher sehr sinnvoll. Zudem sichert sie den bleibenden Wert einer Immobilie. Ein Haus, das 4.500 Liter Öl im Jahr verbraucht, wird schon bald keinen guten Preis mehr am Markt erzielen.“
