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Für eine ganzheitliche ökologische Genomik
Kategorie: Ökologisch lebenAutor: Antje Schneider
Aus Sorge für die Umwelt - GenomiCare
Sich auf einer ökologischen Plattform für einen konstruktiven Dialog mit der Genomik auszusprechen, stößt sicher zu erst einmal auf Widerspruch. Zu Recht, denn die meisten Wissenschaftler im weiteren Bereich der Genetik und Genomik stehen für eine extrem reduktionistische Weltsicht. Das fängt schon damit an, dass die meisten Wissenschaftler nur das einzelne Gen berücksichtigen, also Genetik betreiben, anstatt, das gesamte Genom in den Blick zu nehmen mit seinen komplexen Wechselwirkungen und sich als Genomiker zu verstehen. Aber auch die genomische Sichtweise ist natürlich noch mikrobiologischer Reduktionismus.
Für eine ganzheitliche ökologische Genomik muss das Genom in seiner natürlichen Umwelt erforscht werden. Mit Hilfe nicht invasiver Forschungsmethoden müssen die komplexen Wechselwirkungen des Genoms im ökologischen Prozess untersucht werden. Selbstverständlich müsste diese Forschung vom Respekt vor dem Genom als Teil der Natur geleitet sein. Und das Ziel dürfte nicht die Instrumentalisierung des Genoms sein. Vielmehr ginge es darum sanfte Verfahren der wissenden Unterstützung der natürlichen Potentiale des Genoms zu entwickeln. Eine solche sanfte und natürliche Genomik würde allen zu Gute kommen, zu aller erst würden Ökologie und Mensch profitieren.
Das Konzept GenomiCare, dass durch Aufnahme der wissenschaftlichen Ansätze der Systembiologie und ihrer Integration in die Genomik ein Konzept eines ganzheitlichen genomischen Ansatzes darstellt, ist zwar nicht automatisch gleich zu setzen mit einer solchen sanften ökologischen Genomik, aber, als nach Außen offenes Konzept im Prozess der Entwicklung, auch als offen für eine solche ökologische Ausrichtung anzusehen.
Wir sollten deshalb die Chance ergreifen und insbesondere die Diskussion im Bundesverband Deutscher Genologen (BDG – www.genologen.de), der sich gerade neu konstituierenden Fachgruppe der Genologen, zu beeinflussen versuchen. Es wäre dumm würden wir uns einfach dieser Chance berauben.
Ich bitte hier nur, bei aller gerechtfertigten Ablehnung der Genetik, auch dies zu berücksichtigen.
Antje Schneider (Genologin – Mitglied im BDG)
Ein wirklich sehr interessanter Artikel. So habe ich das bisher noch nicht betrachtet. Erinnert stark an den Ansatz von "Public Health Genomics", aber die Positionen des BDG scheinen mir noch ganzheitlicher zu sein.
Leider hat sich beim Link offensichtlich ein Fehler eingeschlichen, die Klammer ist zu viel. Richtig lautet er: www.genologen.de
Web-Site
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Das stimmt sicher, die Ansätze, die z.B. Prof. Angela Brand (- http://www.angela-brand.eu/ -) in Deutschland vertritt, sind, mit Einschränkungen, nahe den Positionen des BDG. Prof. Angela Brand deckt dabei aber nur einen kleinen Teil des Spektrums ab und vernachlässigt viel. Das ist nicht unproblematisch, obwohl auf - http://phgen.eu/ - die Genomic als politische Querschnittsaufgabe vergleichbar dem Gendermainstreaming benannt wird, wird der Ansatz der Public Health Genomic dem doch nicht wirklich gerecht. Insbesondere für ökologische Fragen gilt diese Einschränkung.
