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18.02.2004 16:34 Alter: 8 yrs

Gespräch zum Thema „Imidacloprid und Bienenschutz“

Kategorie: Artenschutz
Autor: fridolin brandt

Die Deutschen Bieneninstitute haben bislang jeden Zusammenhang mit dem Bienensterben und dem Einsatz der Pestizide in der Umwelt abgeleugnet. Ja Sie haben mich als einen unseriösen und unwissenden Mahner genannt. Jetzt lesen sie selbst das von den Dres. Rosenkranz etc. unterzeichnete Protokoll. Dr. Rosenkranz ist derVorsitzende der AG Deutscher Bieneninstitute.

Korrigiertes entgultiges Protokoll von Dr. Becker (F):

Gespräch zum Thema „Imidacloprid und Bienenschutz“
in Straßburg am 28.01. 2004
Ergebnisprotokoll (Entwurf)

Teilnehmer von französischer Seite:
Dr. Becker Albert: Mediziner + General Secretär des Syndicat Nationale d’Apiculture, SNA, ca. 35.000 Imker davon mehr als 1600 Berufsimker,
Dr. Pottiez Michel: Veterinär, Gesundheitsobmann des SNA
Dr. Schweitzer Paul: Chemiker, Verantwortlicher des Analytiklabor CETAM-L
Herr Anchling Francis: Geschäftsführer SNA

Teilnehmer von der AG der Institute für Bienenforschung in Deutschland:
Dr. Rosenkranz BI Hohenheim, Vorsitzender der AG
Dr. Schulz BI Mayen, 2. Vorsitzender der AG, hat Versuche mit Imidacloprid
durchgeführt
Dr. Wallner BI Hohenheim, hat Versuche mit Imidacloprid durchgeführt
Dr. von der Ohe BI Celle, hat Versuche mit Imidacloprid durchgeführt


Ziel der Gespräche von Seiten der Vertreter der AG Bieneninstitute war dreierlei:
4. Vertreter der französischen Imkerorganisationen kennen zu lernen.
5. Unterschiedliche Beurteilungen von Völkerverlusten und Pflanzenschutz-Maßnahmen (Imidacloprid) darzulegen und zu begründen.
6. Prüfen, ob unterschiedliche Ergebnisse bzgl. der Bienentoxizität von Imidacloprid gemeinsam von französischen und deutschen Kollegen überprüft werden können.
Zunächst stellten die französischen Vertreter die Situation aus ihrer Sicht dar:
- Seit 1995 beklagen die Imker in Frankreich erhebliche Völkerverluste. Diese sind zeitlich und räumlich mit der Verwendung von Saatgutbeizung mit den Insektiziden Imidacloprid und Fipronil korreliert. Beide Substanzen seien auch verantwortlich für den Rückgang von anderen Insekten, Fröschen sowie Erkrankungen von Landwirten.
- Die französische Imkerei ist viel stärker berufsständisch geprägt. Daher führen Völkerverluste (mit oft existentiellen Folgen) auch zu härteren und emotionaleren Diskussionen als in Ländern mit überwiegend Nebenerwerbs- und Freizeitimkern.
- Die landwirtschaftliche Praxis bzgl. Pflanzenschutzmittel (Kaufverhalten, Ausbringung, Berücksichtigung von Auflagen) wird nicht ausreichend kontrolliert und kann als unzufriendend bezeichnet werden.
- Es gibt bei den französischen Imkern ein tiefes Misstrauen gegenüber wissenschaftlichen Instituten und zuständigen Behörden. Die Unabhängigkeit von Prüf- und Kontrollorganen wird eindeutig in Frage gestellt. Die zentrale Vergabe von Forschungsaufträgen in diesem Bereich eröffnet zusätzlich Möglichkeiten, über die Mittelvergabe unliebsame Wissenschaftler „kalt zu stellen“. Imidacloprid kritische Wissenschaftler werden z.T. sogar versetzt. Diese Maßnahmen der Regierung werden als feindlich abgewertet und gelten als unterstützung der Bayer AG und der Chemischenpflanzenschutzindustrie.
- Mehrere französische Wissenschaftler haben nachgewiesen, dass die Empfindlichkeit der Bienen gegenüber Imidacloprid und Fipronil wesentlich niedriger (ca. zwei 10er-Potenzen) liegt als in deutschen Versuchen festgestellt wurde.
- In Maispollen wurden Rückstände von 12 ppb gemessen.
- Großflächige Monitoring-Programme werden derzeit von den Verbänden abgelehnt, da auf grund der Anreicherung von Imidacloprid, Fipronil und anderen giftigen produckten im Boden eine Kontrolle auf unbelasteten Böden nicht möglich ist.

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Mittwoch, 25-02-04 14:12, Kommentar von Dr. Werner von der Ohe / Dr. Peter Rosenkranz :

Sehr geehrte Damen und Herren,

Ueber das Gespraech, das wir am 28. Januar von Vertretern der AG der deutschen Bieneninstitute und Vertretern des französischen Imkerverbandes SNA zum Problem Voelkerverluste und Bedeutung von Saatgutbeizmitteln gefuehrt haben, wurden ohne unser Einverstaendnis und Wissen Protokollentwuerfe verschickt. Diese sind weder autorisiert, noch gibt der als "corrigiert final" bezeichnete Entwurf die Meinung der deutschen Gespraechsteilnehmer wieder.

Vielmehr wurde unser ueber Email zugesandter Entwurf geaendert, mit einer zusaetzlichen Unterschrift versehen und ohne unser Einverstaendnis an Institute, Verbaende, Presseagenturen und Einzelpersonen verschickt.

Wir betrachten dies als klaren Missbrauch unserer Namen und der Arbeitsgemeinschaft der Bieneninstitute und distanzieren uns sowohl
von der o.a. Version des Protokollentwurfes als auch von dem hier vorliegenden Umgang mit interner Korrespondenz.

Fuer Rueckfragen stehe ich bzw. mein Kollege Dr. Werner von der Ohe (werner.von-der-ohe@bieneninstitut.de) gerne zur Verfuegung.

Mit freundlichen Gruessen

Dr. Werner von der Ohe
Dr. Peter Rosenkranz

Nds. Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit
Institut für Bienenkunde Celle
Herzogin-Eleonore-Allee 5

29221 Celle

Tel.: 05141-9050340
Fax: 05141-9050344

E-Mail: info@bieneninstitut.de
Internet: www.bieneninstitut.de

 
Montag, 01-03-04 16:38, Kommentar von Fridolin Brandt :

Das Straßburger Protokoll zu dem Dr. Rosenkranz eine Klarstellung sich genötigt fühlt ist mir mit allen 3 Unterschriften zugesandt worden. Also mit den Unterschriften der Dres. Rosenkranz, v. d. Ohe und Becker. Dieses Protokoll wurde von mir weder verändert und schon garnicht mit zusätzlichen Unterschriften versehen. Dieses würde ich notfalls mit einer Eidestattlichen Versicherung und durch mehere Zeugen belegt, beweisen.
Selbstverständlich werde ich meinen Informanten/in nicht nennen. Dies ist mit Rücksicht auf die berufliche und persönliche Situation meines Informanten/in auch nicht angezeigt. Es ist das persönliche Problem der Dres. wie die im Gespräch der deutschen und französischen Wissenschaftler vereinbarte Vertraulichkeit der Tagung in die Öffentlichkeit gelangen konnte !!
Mache sich jeder der geneigten Leser ein eigenes Bild !
Fridolin Brandt

 
Donnerstag, 06-09-07 15:32, Kommentar von Fridolin Brandt :

Nachtrag vom 6.9.2007

Kurz nach der Veröffentlichung dieses Berichtes , wurden wie im Bericht angekündigt, die in der Kritik stehenden Pflanzengift(schutz )mittel in Frankreich tatsächlich verboten. Seitdem haben die franz. Imker keine Probleme mehr, was das Bienenvolksterben angeht.

Fridolin Brandt

 
 

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