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21.06.2005 10:40 Alter: 7 yrs

Globales Geschäft mit Trinkwasser

Kategorie: Gesundheit und Ernährung
Autor: Norbert Suchanek

Brot für die Welt macht Aktion gegen Wasserprivatisierung

Das Beispiel der bolivianischen Stadt Cochabamba zeigt, dass die Privatisierung von Wasserressourcen und Wasserversorgung trotz zahlreicher Lobbyisten Weltbank und Politik kein unabwendbares Schicksal der Menschheit ist. Wir alle, die Bürger einer Gemeinde, einer Stadt eines Staates haben es in der Hand, den Konzerne den Zugriff auf unser Lebensmittel Nr. 1 zu verweigern. "Eine zukunftsfähige Wasserversorgung erfordert uneingeschränkte öffentliche Verantwortung", so Danuta Sacher, Koordinatorin der Wasserkampagne bei "Brot für die Welt". Die evangelische Entwicklungsorganisation beobachtet „mit Sorge die Tendenz, dass privatwirtschaftlichen Lösungen immer mehr der Vorrang eingeräumt wird, auch in der bundesdeutschen Entwicklungszusammenarbeit." Deshalb startete Brot für die Welt März 2003 seine Kampagne "MenschenRechtWasser", die Menschen in Bewegung bringen will - für das Menschenrecht auf Wasser.

In diesem Jahr nun wurde die Kampagne mit der „Aktion Schutzdeich gegen Wasserprivatisierung“, getragen von einem breiten Bündnis von verschiedenen Organisationen wie FIAN, BUND, Attac, verdi und dem Netzwerk „Wasser in Bürgerhand“ verstärkt. Gemeinsam mit „Brot für die Welt“ fordern die Bündnispartner: „Konzentration der Entwicklungshilfe auf Wasserprojekte für die Ärmsten und Ressourcenschutz! Wasser raus aus internationalen Handelsverträgen! Schutz der Wasserver- und Abwasserentsorgung in Deutschland als öffentliche Aufgabe der Daseinsvorsorge.“ Jeder ist aufgefordert mitzumachen und die Forderungen zu unterstützen. Brot für die Welt: Mit Hilfe von möglichst vielen einzelnen Postkarten wird ein großer Schutzdeich gegen die Privatisierung von Wasser gebaut werden. Die einzelnen kleinen Deiche, die überall in Deutschland entstehen, werden schließlich zu einem gemeinsamen Schutzdeich zusammengefügt. Dieser wird als Zeichen des Protestes gegen Wasserprivatisierung zum 4. Weltwasserforum eingesetzt werden. Die Wasserkonzerne wollen nämlich zusammen mit ihren Lobbyisten im Rahmen der GATS-Verhandlungen der Welthandelsorganisation am 4. Weltwasserforum im März 2006 in Mexiko die Liberalisierung von Wasserver- und Abwasserentsorgung noch weiter vorantreiben.

„Weltwasserforum“ klingt zwar recht hochtrabend und nach einer Veranstaltung, bei der die Welt anwesend ist. Tatsächlich aber ist dieses Forum einer Erfindung des Weltwasserrats, der wiederum 1996 von den privaten Wasserkonzernen wie Bechtel, RWE und Vivendi zusammen mit der Weltbank gegründet wurde. Für unser Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) unter Leitung von Bundesentwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul und der Grünen Staatssekretärin Uschi Eid gilt dieser Weltwasserat als „ein Instrument der internationalen Entwicklungspolitik“. Der Weltwasserrat, schreibt das BMZ, „versteht sich vor allem als ein `think tank´, der im ständigen Dialog mit allen Beteiligten sinnvolle Leitlinien zum Schutz der Wasserressourcen formuliert.“ Internationale Kritiker allerdings sehen den Weltwasserrat lediglich als Industrielobby und als „Politbüro der Privatisierung.“

Weitere Informationen:
Diakonisches Werk der Evangelischen
Kirche in Deutschland e. V.
für die Aktion "Brot für die Welt"
Stafflenbergstraße 76
70184 Stuttgart

Danuta Sacher
E-Mail: d.sacher@brot-fuer-die-welt.de
E-Mail: wasser@brot-fuer-die-welt.de
Internet: http://www.menschen-recht-wasser.de

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