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05.12.2008 14:54 Alter: 3 yrs

Gorillas und Menschen – eine Beziehung mit Zukunft? UN erklärt 2009 zum Jahr des Gorillas

Kategorie: Artenschutz
Autor: Berggorilla & Regenwald Direkthilfe e.V.

Gorillas und Menschen leben heute in vielen Regionen Afrikas eng zusammen. Die Primaten haben vor allem dort gute Überlebenschancen, wo Gorillas in Schutzgebieten von Touristen besucht werden können. Und die Anwohner erhalten Jobs durch den Artenschutz. Die deutsche NGO Berggorilla & Regenwald Direkthilfe e. V. (B&RD) fördert seit 25 Jahren Projekte zum Schutz der vom Aussterben bedrohten Tiere und integriert die Bevölkerung.

Silberrücken

Eine Berggorilla-Gruppe wird vom Silberrückenmann angeführt. Er kennt das Streifgebiet und führt seine Gruppe an die richtigen Futterplätze, wie hier im Bwindi-Nationalpark, Uganda. (Foto: Uwe Kribus)

Das Kagwene-Gorillaschutzgebiet

Das Kagwene-Gorillaschutzgebiet umfasst eine Fläche von 19,44 km² und erreicht Höhen von bis zu 2000 m. Hier leben Cross-River-Gorillas, die am meisten gefährdeten Menschenaffen. (Foto: Aaron Nicholas)

Das Dreiländereck aus Demokratischer Republik Kongo, Ruanda und Uganda macht vor allem durch negative Schlagzeilen von sich Reden. Die Bevölkerung dort ist durch die jahrelangen bewaffneten Auseinandersetzungen und Flüchtlingsströme unsäglichem Leid ausgesetzt. In dieser Region leben auch die seltenen Berggorillas. Sobald Frieden einkehrt, sollen wieder Besucher zu den Gorillas geführt werden. Denn die sanften Riesen sind zu einem entscheidenden Wirtschaftsfaktor geworden. Wo Gorillatourismus angeboten wird, fließen Devisen. Und die Anwohner können als Führer oder Fährtenleser oder bei verschiedensten tourismusnahen Tätigkeiten eine Anstellung finden.

Doch die Gewöhnung an den Menschen hat auch ihre Schattenseiten: Krankheiten können beim engen Kontakt übertragen werden, Wilderer haben leichtes Spiel und die Gorillas haben keine Scheu, Felder aufzusuchen, um sich mit den Feldfrüchten den Bauch vollzuschlagen. Das macht sie zu einer Existenzbedrohung für die armen Bauern im Umland der Nationalparks. So entstehen Konflikte – sie zu lösen ist auch die Aufgabe der Schutzprogramme.

Das „Year of the Gorilla 2009“ will deutlich machen, wie das Überleben der sensiblen Menschenaffen gesichert werden kann. Mit dieser Initiative will das Sekretariat der Convention of Migratory Species (CMS) in Zusammenarbeit mit dem UNEP/UNESCO-Programm Great Ape Survival Project (GRASP) und dem Welt-Zooverband World Association of Zoos and Aquariums (WAZA) Kampagnen unterstützen, die den dauerhaften Schutz der Gorillas und ihres Lebensraumes zum Ziel haben. Nicht zuletzt sollen die Bedrohungen, unter denen die Gorillas leiden, einer breiten Öffentlichkeit bekannt gemacht werden.

Die deutsche Nichtregierungsorganisation B&RD wird mit verschiedenen Projekten zum Jahr des Gorillas 2009 ihr dann 25-jähriges Engagement für die sanften Riesen fortsetzen. Dieser kleine Verein arbeitet mit ausschließlich ehrenamtlichen Überzeugungstätern. Dr. Angela Meder, Vorstandsmitglied der B&RD: „Uns ist es wichtig, dass Mitgliedsbeiträge und Spenden direkt in den Gorillaschutz fließen. Wir haben unsere Ansprechpartner vor Ort, pflegen Kontakte zu Wissenschaftlern und den lokalen Naturschützern. So sind wir immer recht gut informiert, was wo fehlt und welche Projekte gerade in Planung sind.“

Gorillas trotz internationaler Bemühungen vom Aussterben bedroht

Dank internationaler Zusammenarbeit in den letzten Jahrzehnten gibt es Erfolge zu verzeichnen: Einige Gorillabestände haben sich erfreulich gut entwickelt. Trotzdem sind laut der Roten Liste gefährdeter Arten drei der vier Gorilla-Unterarten vom Aussterben bedroht.

Illegale Abholzung in den Reservaten für den Eigenbedarf oder zur Holzkohlegewinnung dezimieren oder zerstückeln den natürlichen Lebensraum der Gorillas. Dazu kommt der Straßenbau, der für den Weltmarkt benötigte Ressourcen erschließen soll. Gorillakinder erzielen hohe Preise auf dem Schwarzmarkt. Auch Wildererfallen stellen eine Gefahr dar, denn unerfahrene Gorillas verfangen sich darin und verlieren eine Hand oder den Fuß oder sterben sogar an Wundbrand. Der Handel mit Wildfleisch, dem sogenannten „Bushmeat“ – Menschenaffen sind in manchen Regionen sehr begehrt – stellt eine vergleichsweise lukrative Erwerbsquelle für die arme Bevölkerung dar. Die Arbeit in den Minen zum Abbau begehrter Mineralien bietet eine weitere rare Verdienstmöglichkeit. Auch damit wird Gorilla-Lebensraum vernichtet. Bewaffnete Konflikte wie die derzeitigen Kämpfe im Ostkongo, die daraus resultierenden Flüchtlingsströme, Krankheiten und Epidemien bedrohen auch die Gorillas. Die exakte Zahl der noch lebenden Gorillas lässt sich nur schwer ermitteln, vor allem in Gebieten, die von Rebellen kontrolliert werden.

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