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03.11.2005 22:00 Alter: 6 yrs

"Jetzt nicht wackeln!" - Bürger senden Atomausstieg-Wahlwerbung an die SPD zurück

Kategorie: Aktiv werden
Autor: Christoph Bautz

Mit einer an die SPD gerichteten E-Card-Aktion mischen sich Atomkraftgegner in das großkoalitionäre Ringen um die Zukunft der Atomenergie ein. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), das Online-Bürgernetzwerk Campact und die Anti-Atom-Kampagne X-tausendmal quer rufen die Bürgerinnen und Bürger dazu auf, die SPD-Wahlwerbung zur Atompolitik per E-Mail an den Parteivorstand zurück zu schicken.

m Wahlkampf hatte die SPD den Slogan ‚Für den Atomausstieg’ plakatiert. Auf der E-Grußkarte wurde daher hinzugefügt: „Jetzt nicht wackeln! Ausstieg heißt Abschalten!“. Bürgerinnen und Bürger können die Erinnerung an die Wahlwerbung unter der Adresse www.ausgestrahlt.de versenden.

BUND, Campact und X-tausendmal quer wenden sich entschieden gegen Überlegungen, Reststrommengen von neuen Reaktoren auf die Schrottmeiler Biblis A und B, Neckarwestheim 1 und Brunsbüttel zu verlagern. Die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ berichtet in ihrer heutigen Ausgabe, dass eine solche Nebenabsprache zum Koalitionsvertrag diskutiert wird. Damit würde in dieser Legislaturperiode kein weiteres Atomkraftwerk vom Netz genommen.
„Atomausstieg heißt Abschalten“, sagt Christoph Bautz, Pressesprecher von Campact, „mit unserer Aktion machen wir der SPD klar, dass sich die Bürgerinnen und Bürger keinen Sand in die Augen streuen lassen.“

„Wenn die Atomkraftwerke nicht abgeschaltet werden, bricht die SPD ihr Wahlversprechen“, so Thorben Becker, Energieexperte beim BUND. Es müsse einen raschen Ausstieg geben: „Atomkraft ist teuer, gefährlich und keine Antwort auf den Klimawandel.“

„Es darf nicht sein, dass die großen Stromkonzernen die Energiepolitik bestimmen“, so Jochen Stay von X-tausendmal quer. Jedes weitere Jahr Atomkraft bedeute 450 Tonnen mehr hochstrahlenden Atommüll, für den es kein sicheres Endlager gebe. „Die Planungen für den offensichtlich als Endlager ungeeigneten Salzstock Gorleben müssen eingestellt werden.“


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Freitag, 18-11-05 14:27, Kommentar von Mario Peters :

100% Energie aus Sonne, Wind, Wasser und Biomasse? Utopia lässt grüßen. Damit fährt man eine Industriegesellschaft gegen die Wand. Wasserkraft ist in Deutschland weitgehend ausgereizt, Biomasse kann mangels Verfügbarkeit nur max. 10 % der Stromerzeugung in Deutschland beistellen. Wind- und Solarenergie sind nicht planbar und unzuverlässig. Für 1 MW Windenergie müssen 0,85 MW konventionelle Energie in Reserve bereitstehen. Solarenergie wird in Deutschland wegen des enormen Aufwandes und der geringen Effektivität auch zukünftig kaum eine Chance haben:
Echte Herstellkosten Solarstrom: min 0,40 €/kWh (5 MW-„Solarkraftwerk“ Espenhain bei Leipzig) Strom aus Braunkohle, Kernenergie: 0,02 €/kWh

Arbeitsplatzarme Atomkraft?
Mit den angegebenen Beschäftigten werden erzeugt bei der Windenergie mit 53.000 Menschen 18,9 Mrd. kWh/Jahr = 357.000 kWh/Jahr & Mitarbeiter, bei der Kernenergie mit 30.000 Menschen 165 Mrd. kWh/Jahr = 5,5 Mill. kWh/Jahr & Mitarbeiter, d.h. die Kernkraftwerksmitarbeiter sind 15 x so erfolgreich. Die Frage nach den Arbeitsplätzen ist falsch, wichtig sind die Kosten. Die Subventionen und Steuervergünstigungen der Windkraftindustrie betrugen im Jahr 2003 rund 2,6 Mrd. Euro, d. h. jeder Arbeitsplatz in der Windbranche wurde mit rund 50.000 Euro subventioniert. Mit solchen Subventionen kann man auch Ananas am Nordpol züchten.

Und wohin mit dem Atommüll? Deutschland hat Salzstöcke wie Gorleben, um die uns das Ausland beneidet. In Deutschland spricht nichts gegen Gorleben, so die reinstimmende Meinung der seriösen Geologen. Der Salzstock ist seit mehr als 100 Mill. Jahre alt und Atommüll würde darin wie ein „toter Hund“ liegen. Trittin lässt bewusst aus ideologischen Gründen nach anderen Alternativen suchen, um damit Unsicherheitin der Bevölkerung zu schüren und behaupten zu können, dass die Endlagerfrage nicht gelöst sei. Dabei hat Trittin im sog. Atomkonsens selbst unterschrieben, dass „die bisher gewonnenen geologischen Befunde einer Eignung des Salzstockes Gorleben nicht entgegen stehen“.

Atomenergie fördert die Verbreitung von Atomwaffen? Falsch: mit den Leichtwasserreaktoren wird wegen der langen Betriebszeit „verunreinigtes Plutonium“ erzeugt, das nicht waffenfähig ist. Die Herstellung von waffenfähigem Plutonium oder hochangereichertem Uran erfordert spezielle Technologien in besonderen Anlagen.

Fazit: Ja, die alten AKWs abschalten, aber dann NEUE bauen, solange, bis wir Fusionskraftwerke haben. Endlich weg von der Kohle! Wenn die Grünen wirklich auf unsere Umwelt bedacht sind, dann sollten sie lieber den Kohleausstieg fordern anstatt den Atomausstieg. Atomkraftwerke ersparen uns jährlich die Verbrennung von 800 Mio. Tonnen Kohle und damit die Emissionen von 2 Mrd. t CO2, 15 Mio. t Schwefeldioxid und 8 Mio. t Stickoxide. Ein Abschalten dieser Kohlekraft-Dreckschleudern wäre ein wirklicher Schritt nach vorn. Immerhin denken andere Länder ähnlich. Unsere französischen Nachbarn versorgen ihr Land immerhin zu ca. 70% oder 80% mit Atomstrom. Unsere jetzige Alternative zur Atomenergie besteht außerdem nur darin, ATOMSTROM aus dem Ausland zu importieren. Sollte man unser “Atomproblem” wirklich ins Ausland verlagern, wo garantiert nicht Sicherheitsstandards wie in Deutschland herrschen? Außerdem: was ist das für ein Atomausstieg, wenn wir zukünftig im Ausland Atomstrom einkaufen?

Im Übrigen sind laut neuesten Umfragen ca. 65% der Bevölkerung für eine weitere Nutzung der Atomenergie. Wie kann man sich da hinstellen und sagen, der Atomausstieg ist der Wille des Volkes? Wenn so viele Leute denken würden wie die Grünen, warum kamen die Grünen dann bei den letzten Wahlen gerade einmal auf 8%? Der Wille des Volkes? Der Grund, warum man immer nur so viel von den Atomkraftgegnern und so wenig von den Befürwortern hört, ist doch, weil die Gegner (Die Grünen) lediglich mehr Krach machen und sich dann hinstellen und behaupten, dass das ganze Volk so denkt. Aber es gibt noch eine Welt jenseits der Grünen Grenzen. Und jeder, der nur etwas mit Zahlen umgehen kann, weiß, dass ein Atomausstieg rein rechnerisch gar nicht möglich ist. Es gibt keine BEZAHLBARE oder CO2-freie Alternative zur Atomenergie (welche immerhin ca. 30% unseres stetig steigenden Energiebedarfs deckt). Und sobald wir auf ausländischen Atomstrom angewiesen sind, wird das Ausland unsere Strompreise diktieren. Schon jetzt werden Verträge mit Rumänien/Bulgarien über zukünftige Atomstromlieferungen geschlossen. Man sollte sich mal deren Sicherheitsstandards im Vergleich zu den unseren anschauen und überlegen, ob man dann immer noch den Atomausstieg will. Immerhin bauen unsere europäischen Nachbarn neue AKWs, um uns dann mit Strom versorgen zu können. Und nur weil der Müll dann nicht in Gorleben landet, ist er doch noch lange nicht vom Tisch! Oder sieht so etwa grüner Umweltschutz aus? Alles, was nicht in Deutschland ist, geht uns nichts an. Na warum retten wir dann die Regenwälder? Die stehen doch gar nicht in Deutschland. Wie gesagt: lasst die AKWs, baut neue und bessere und bloß weg mit den verdammten Kohlekraftwerken? Der CO2-Ausstoß wird uns in Zukunft mehr Sorgen machen als Gorleben. Und sobald in ca. 50 Jahren die ersten Fusionskraftwerke stehen, sind diese Probleme eh vom Tisch. Bis dahin kann man ruhig noch auf die CO2-FREIE!!! Atomkraft setzen.

Aufgrund dieser “tollen” Energiewende, die uns unsere Grünen Freunde beschert haben, hat sich die Situation in Deutschland bezüglich CO2 alles andere als verbessert. Seit wir so auf Windkraft bauen, laufen die Kohlekraftwerke z.T. nur noch auf halber Leistung. Der Grund dafür ist, dass sie nicht ganz abgeschaltet werden können. Denn solange der Wind weht, ist alles in Ordnung, aber sobald Windstille ist, muss man wieder auf die Kohlekraftwerke umschalten. Jedoch braucht ein Kohlekraftwerk ca. 3-4 Std. bis es hochgefahren ist und auf voller Leistung arbeitet. In dieser Zeit wäre Stromausfall, deshalb kann man sie nicht abschalten, sondern lässt sie nur auf halber Leistung laufen. Das wiederum hat einen erhöhten CO2-Ausstoß zur Folge, da der Schadstoffausstoß (insbesondere des CO2s) nur bei voller Leistung am geringsten ist.

Ich verstehe auch die ganze Debatte über den Atomausstieg gar nicht. Machen uns die ständig steigenden Emissionen (hpts. CO2) nicht viel größere Probleme als Atommüll, der in tausenden Metern Tiefe in irgendwelchen Salzstöcken liegt? Warum fordert hier niemand den Kohleausstieg? Warum hört man immer nur von der achso “schlimmen” Atomkraft? Dabei erzeugt sie doch keinerlei Emissionen. Was ist denn nun schlimmer, Atommüll oder Treibhauseffekt? Bald schmelzen uns aufgrund der steigenden Emissionen die Pole weg und was machen die Grünen, sie wollen eine CO2-freie Art der Energieerzeugung abschaffen. Was hat denn das mit Umweltschutz zu tun? Das Energieloch, welches durch den Atomausstieg entsteht, wird mittelfristig nur durch Atomstromimporte und eine erhöhte Nutzung der Kohlekraftwerke ausgeglichen werden können. Einen Ersatz durch erneuerbare Energien kann nun einmal es nicht geben - das ist völlig utopisch! Niemals können wir unseren Bedarf mit Windkraft und Co. decken, das weiß nun mal jeder und das wurde uns schon oft genug vorgerechnet - auch die Grünen wissen das! Also warum schalten die Grünen die Atomkraftwerke und nicht die Kohlekraftwerke ab? Wie kann man sich dann auch noch hinstellen und behaupten, man würde FÜR die Umwelt eintreten?

Danke für die steigenden Emissionen, die ihr uns beschert, ihr Grünen!

 
 

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