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30.06.2007 15:31 Alter: 5 yrs

Klimavergiftung vor dem Energiegipfel

Kategorie: Klimaschutz
Autor: Sabine Krause

Der Biologe und Wissenschaftsjournalist Edgar Gärtner kritisiert in der aktuellen Debatte die wirtschafts- und gesellschaftspolitisch fragwürdige Tendenz zur Wissensanmaßung: „Ein buchhalterisches Herangehen an die Ressourcenfrage mit der mehr oder weniger klaren Absicht der Rationierung bringt gar nichts. Vielmehr benötigt die physische Umsetzung der Nachhaltigkeitsidee Dinge und Verhältnisse, die erst noch erfunden werden müssen. Diese Situation erfordert einen Politikansatz, der auf den Erfindungsreichtum freier Menschen baut. Die heutige Politik tut aber genau das Gegenteil, indem sie vordringlich solche Forschung fördert, die Zukunftsängste und den dadurch geförderten Aberglauben bestärken“, stellt Gärtner fest und wendet sich gegen eine Renaissance des jakobinischen Konformismus mit der Totschlagfloskel „Dazu gibt es keine Alternative“.

„Es gibt zur vorherrschenden Klimapolitik immer Alternativen. Anmaßende Politphrasen bringen keine Innovationen, sondern wirtschaftliche und gesellschaftliche Verhältnisse, die Tüftlern, Spinnern und Ketzern Freiräume gewähren und jene belohnen, deren Erfindungen bekannte Probleme menschenwürdiger, effizienter und kostengünstiger lösen als herkömmliche Techniken und Systeme“, schreibt Gärtner und verweist auf das Prognosedesaster der selbsternannten Umweltexperten im Club of Rome. Top-Manager, Bürokraten und Wissenschaftler aus 25 Ländern unter Führung des Fiat- und Olivetti-Vorstandes Aurelio Peccei waren Ende der 1960er Jahre ähnlich ambitioniert gestartet wie die UN-Klimabehörde IPCC. Unter Leitung von Dennis L. Meadows vom Massachusetts Institut of Technology (MIT) bastelten Betriebswirtschaftler und Systemanalytiker an einem kybernetischen „Weltmodell“ und schockierten die Weltöffentlichkeit mit Untergangsszenarien, die sich am Ende als heiße Luft herausstellten. (Siehe auch das aktuelle Buch von Edgar Gärtner „Öko-Nihilismus“, erschienen im VTR Medienverlag).

Bernotat hat Zweifel geäußert, dass der Kohlendioxidausstoß bis 2020 um 40 Prozent gegenüber 1990 gesenkt werden kann. Wenn die Regierung dies dennoch beschließe, sei dies unrealistisch. Er halte „unter Anstrengungen" eine Verringerung der Kohlendioxidemissionen um 25 Prozent bis 2020 für möglich. Das entspräche etwa einer Verdoppelung der jährlichen Effizienzsteigerungsrate beim Energieeinsatz von derzeit 0,9 Prozent auf 2 Prozent. Die Regierung geht von 3 Prozent oder einer Verdoppelung der Energieeffizienz bis 2020 aus. Nur unter dieser Annahme kann sie das Kohlendioxid-Einsparziel erreichen und die Atomkraftwerke bis 2021 abschalten. „Allerdings hat das Kanzleramt auch schon eine Rechnung auf der Basis von 2 Prozent Effizienzsteigerung mit einer entsprechenden Kohlendioxideinsparung von 28 Prozent angestellt. Die gilt als Kompromiss für den Energiegipfel und erscheint auch der Industrie tragbar“, berichtet die FAZ. Weitere Berichte zum Thema finden Sie in der Onlineausgabe des Magazins NeueNachricht.

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