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30.12.2002 07:09 Alter: 8 yrs

„Mobilfunk - Gefahr für Kinder und Jugendliche?“

Kategorie: ÖkoKids
Autor: Bürgerinitiative Omega Klaus Rudolph
  • nicht in "Faraday'schen Käfigen", also Fahrzeugen, Aufzügen etc., zu telefonieren
  • für längere Gespräche das Festnetz zu benutzen
  • das Gerät nicht bei schlechtem Empfang zu nutzen
  • das Handy möglichst oft auszuschalten und auf keinen Fall eingeschaltet neben das Bett zu legen.


Wirksamer als solche Empfehlungen sind Forderungen, die alle Menschen vor der Schädigung durch Mobilfunk schützen, wie sie zuletzt im Freiburger Appell (siehe November-Oha) erhoben wurden:

  • massive Reduzierung der Grenzwerte, Sendeleistungen und Funkbelastungen auf ein biologisch vertretbares Maß speziell in Schlaf- und Regenerationsbereichen
  • kein weiterer Ausbau der Mobilfunktechnologie, damit die Strahlungsbelastung nicht noch um ein Vielfaches zunimmt
  • Mitspracherecht der Bevölkerung und der Gemeinden bei der Standortplanung der Antennen, was für eine Demokratie selbstverständlich sein sollte
  • Aufklärung der Bevölkerung und speziell der Handynutzer über die Gesundheitsrisiken elektromagnetischer Felder und somit bewussterer Umgang, Handyverbot für Kinder und Nutzungseinschränkung für Jugendliche
  • Verbot der Handy-Benutzung und DECTTelefone in Kindergärten, Schulen, Krankenhäusern, Altenheimen, Veranstaltungsstätten, öffentlichen Gebäuden und Verkehrsmitteln analog dem Rauchverbot
  • handy- und mobilfunkfreie Zonen analog autofreien Bereichen
  • Überarbeitung des DECT-Standards für „Schnurlos“-Telefone mit dem Ziel, die Strahlungsintensität zu reduzieren (...)
  • industrieunabhängige Forschung endlich unter Einbeziehung der reichlich vorhandenen kritischen Forschungsergebnisse und unserer ärztlichen Beobachtungen.

In Zukunft wird es noch mehr von den biologisch aggressiven gepulsten Frequenzen geben: Bluetooth-Technik mit ihren drahtlosen Verbindungen zwischen verschiedenen Geräten, digitales Fernsehen und Radio etc.

Hans Schütz beendete seinen Vortrag mit einem kurzen Einblick in UMTS (Universal Mobile Telecommunication System), das große Datenmengen auf ein Handy übertragen wird. Für diese Technik werden etwa 4500 zusätzliche Senderstandorte gebraucht. Bis heute weiß noch niemand so recht, wofür UMTS genutzt werden soll. Doch mit Spielen und Pornografie hoffen die Betreiber schließlich doch auf Gewinne.

Nach dem Vortrag stellten Schüler Fragen und Bürgermeister Asam wollte wissen, ob die Warnungen und beängstigenden Erfahrungen irgendeinen Einfluss auf die künftige Entwicklung haben werden. Wachsender Druck von unten und verändertes Konsumverhalten können, meinte Hans Schütz, wie es die Einführung des Katalysators zum Beispiel gezeigt hat, gesetzliche Vorgaben bewirken und das Handeln der Industrie lenken. Deshalb ist Aufklärung, deshalb ist die Projektwoche nötig.

Claudia Fenster-Waterloo


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Dienstag, 14-02-06 14:18, Kommentar von Dr. Otto :

Guten Tag,

die obige Darstellung halte ich für ausgesprochen einseitig. Als Kinderärztliche Umweltberatungsstelle haben wir zu dem Thema "Mobilfunk und Gesundheit" eine fachliche Stellungnahme abgegeben und Informationsbroschüren für Eltern und Ärzte veröffentlicht. Hier ein Auszug (Volltext und Broschürendownload unter www.allum.de => Mobilfunk).

Was sind athermische Effekte und welche Bedeutung haben sie?

Die im Blickpunkt der Öffentlichkeit stehenden und in Teilen der Fachwelt diskutierten athermischen Effekte betreffen vorwiegend das zentrale Nervensystem. Dies ist angesichts der Handynutzung im Kopfbereich auch verständlich.

Die Untersuchungen beziehen sich unter anderem auf:

Veränderungen von Hirnströmen (EEG)
Veränderungen geistiger Leistungen
Veränderungen des Schlafs
das Auftreten von Befindlichkeitsstörungen
(Schlaflosigkeit, Konzentrationsstörungen, Tinnitus)
Veränderungen der Hormonausschüttung (insbesondere von Melatonin)
Öffnung der Blut-Hirn-Schranke
veränderter Ionentransport durch Membranen (z. B. Kalzium)
Weitere Berichte betreffen das Blutbild und das Krebsgeschehen.

Was ist von diesen Berichten zu halten?

Viele der oben genannten Untersuchungsergebnisse konnten von unabhängigen Forschergruppen nicht reproduziert werden. Wenn ein Untersuchungsergebnis mehrfach reprodziert werden kann, muß sichergestellt werden, dass es tatsächlich auf den Mobilfunk als Ursache zurückgeführt und andere Ursachen ausgeschlossen werden können. Schließlich muss geprüft werden, ob es erkennbare Auswirkungen auf die Gesundheit gibt.

Im Fall der genannten athermischen Wirkungen haben Fachleute auf der ganzen Welt, Vertreter namhafter Gremien und Institutionen (ICNIRP, Weltgesundheitsorganisation, die deutsche Strahlenschutzkommission) diese Beobachtungen und Berichte einer solchen kritischen Prüfung unterzogen.

Die allermeisten Wissenschaftler sind heute der Ansicht, dass unterhalb der gegenwärtig geltenden Grenzwerte keine athermischen Effekte von gesundheitlicher Bedeutung auftreten.

Eine kleine Zahl von Wissenschaftlern vertritt eine gegenläufige Meinung und fordert eine Absenkung der Grenzwerte. Das von diesen Wissenschaftlern angemahnte vorsorgliche Handeln ist verständlich, jedoch sollten Vorsorgeempfehlungen auf der Grundlage von Studien ausgesprochen werden, die anerkannten Regeln der wissenschaftlichen Forschung genügen. Die oben angeführten Beobachtungen zu athermischen Effekten sind in der übergroßen Mehrzahl unter Bedingungen gemacht worden, wie sie während eines Handytelefonats vorherrschen. Sie sind also nicht auf die typischerweise 100 - 10.000fach kleineren Felder im Umfeld von Basisstationen übertragbar. Dies wird in der öffentlichen Diskussion oftmals übersehen. Es ist daher äußerst unwahrscheinlich, dass Felder von Basisstationen Einfluss auf Hirnströme, auf das Wohlbefinden und den Schlaf, auf die Hormonausschüttung oder gar die Blut-Hirn-Schranke haben.

Im so genannten "Freiburger Appell" wird von einem "dramatischen Anstieg" u.a. von Konzentrations- und Verhaltensstörungen, Blutdruckentgleisungen, Herzrhythmusstörungen, Kopfschmerz, Erschöpfung und Krebserkrankungen gesprochen. Das beschriebene Krankheitsspektrum umfasst beinahe alles, woran man erkranken kann. Für viele der genannten Störungen aber ist die Aussage, dass die Anzahl der Erkrankungen zugenommen habe, gar nicht belegt. Vielmehr gilt für alle aufgeführten Krankheitsbilder, dass für ihre Entstehung sehr vielfältige Ursachen von Bedeutung sind. Und bei allen fehlt jegliche Erklärung darüber, wie denn elektromagnetische Felder diese Krankheiten hervorrufen sollten; ein solcher Zusammenhang ist nicht plausibel.

Anders sind die Wirkungen von Feldern zu beurteilen, denen das Gehirn während eines längeren Handy-Telefonats ausgesetzt ist. Diese sind um ein Vielfaches höher als die Felder, die von Mobilfunkantennen ausgehen. So haben beispielsweise einige Forscher Änderungen von Hirnstromaktivitäten und von messbaren, Konzentration erfordernden geistigen Tätigkeiten gefunden. Dazu gibt es sehr widersprüchliche Befunde, und die Veränderungen bewegen sich vielfach im Bereich normaler biologischer Schwankungen. Zu bedenken ist auch, dass keineswegs alle beobachteten biologischen Effekte sogleich zeigen, dass damit die Entstehung von Krankheiten verbunden ist.

Eine gesundheitliche Gefährdung ist derzeit nicht erkennbar, zumal die Befunde in sich widersprüchlich sind und sich viele Effekte im Bereich normaler biologischer Schwankungen bewegen. Ob eine Handynutzung mit einem erhöhten Risiko, an einem Gehirntumor zu erkranken, einhergeht, wird ebenfalls weiter untersucht. Die bisher vorliegenden Ergebnisse sprechen gegen diese Annahme. Im Rahmen ihrer "Interphone"-Studie will die Weltgesundheitsorganisation dieser Frage im Detail nachgehen. Ergebnisse werden für 2006 erwartet.

 
 

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