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Mobilfunkmast gerät in die Kritik
Kategorie: MobilfunkAutor: Bürgerinitiative Omega Klaus Rudolph
MÖNSHEIM - Seit 30 Jahren steht auf dem Mönsheimer Buigenrain ein Funkantennenmast, und nie gab es Beschwerden. Doch vor einiger Zeit wurde der Mast - ohne Wissen der Gemeinde - mit Mobilfunksendern bestückt. Jetzt klagen Anwohner über gesundheitliche Beeinträchtigungen durch Elektrosmog.
Von Chris Heinemann
Im Frühjahr hätten ihr Mann und sie plötzlich unter Schlafstörungen gelitten, erzählt Regula Gebhardt. Da sei ihr aufgefallen, dass der Antennenmast „anders aussieht als vor fünf Jahren'“. Vom Schlafzimmer aus hat die Musiklehrerin den Mast direkt im Blick. Eine Messung ergab, dass die elektromagnetische Feldstärke „genau am Bett, wo wir schlafen, hohe Werte bis 50 Millivoltmeter'“ erreichte. Als das Ehepaar seinen Schlafplatz in ein anderes, weniger belastetes Zimmer verlegte, konnte es laut Regula Gebhardt „wieder wunderbar schlafen'“.
Ähnliche Symptome beobachtete Anwohnerin Denise Jouvenal bei ihrem neunjährigen Sohn, der in einem dem Mobilfunkmast zugewandten Zimmer schlief. Auch dort wurden hohe Strahlungswerte gemessen. Auch dort klangen die Symptome ab, als das Kind verlegt wurde. Betroffen fühlt sich auch Anwohnerin Erika Bruder, obwohl die Messwerte in ihrem Haus, das fast direkt unter dem Mast steht, „noch erlaubt sind“, wie sie sagt. Aber sie bewege sich schließlich auch in der näheren Umgebung und sei damit auch erhöhter Strahlung ausgesetzt.
Zusammen mit Regula Gebhardt hat die 53-jährige Geschäftsfrau in der Nachbarschaft Unterschriften gesammelt, um die Gemeindeverwaltung auf die Gefahren durch Elektrosmog aufmerksam zu machen. Beide Frauen verweisen auf wissenschaftliche Studien, wonach die beim Mobilfunk verwendeten pulsierenden Mikrowellen unter anderem zur Schwächung des Immunsystems und zu Veränderungen im Gehirn führen sollen, wenn Menschen ihnen in bestimmtem Abstand ausgesetzt sind. Mit ihrer Initiative wollen die Anwohnerinnen aus Mönsheim erreichen, dass die Mobilfunksender in eine für Menschen ungefährlichere Entfernung verlegt werden.
Die Chancen dafür scheinen im Moment nicht schlecht zu stehen. Denn die Gemeindeverwaltung hatte jüngst im Gemeinderat festgestellt, dass die Mobilfunkanlagen ohne ihr Wissen, das heißt vertragswidrig - montiert worden seien. Demnächst steht eine Neuverhandlung des nach 30 Jahren auslaufenden Vertrags mit der Betreiberfirma an. Der von zwei Gemeinderäten der Freien Wähler und der Bürgerliste erhobenen Forderung nach sofortiger Abschaltung der Anlagen, wollte sich die Mehrheit des Gremiums - offenbar aus Rücksicht auf die große Zahl der privaten Mobilfunknutzer - nicht anschließen. Stattdessen wurde Bürgermeister Thomas Fritsch beauftragt, mit dem Mobilfunkbetreiber über die Beauftragung eines von der Gemeinde ausgesuchten neutralen Gutachters zu verhandeln.
Leonberger Kreiszeitung Lokales 7.12.2002
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