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Mobilfunkmast: Kein Kompromiss in Schönstedt
Kategorie: MobilfunkAutor: Bürgerinitiative Omega Klaus Rudolph
SCHÖNSTEDT. Grenzwerte sind das eine - die Ängste der Schönstedter das andere.
Thüringer Allgemeine Lokales 7.2.2003
Am Mittwochabend informierten Mitarbeiter von Vodafone mit einer Fülle von Fakten, Zahlen, Analysen und Gesetzen darüber, dass vom vor kurzem im Ort aufgestellten Mobilfunk-Sendemast (TA berichtete) keine Gefahren ausgehen dürften. Überzeugen konnten die Herren die Bürger allerdings nicht.
Das Ergebnis: Gestern sollte der Mast in Betrieb genommen werden. Auf die eindringlichen Forderungen, das zu unterlassen und gemeinsam mit der Verwaltung nach einem neuen, vom Schulzentrum weiter entfernten Standort zu suchen, gingen die Vodafone-Vertreter nicht ein. Vorwürfe aus der Einwohnerschaft, hier viel Image zu verspielen, wurden in Kauf genommen. Helmut Zeitz von der Vodafone- Niederlassung Ost hatte in einem ausführlichen Vortrag erklärt, dass die gesetzlichen Sicherheitsstandards in Schönstedt bei weitem „und mit hohen Reserven“ erfüllt seien. 3,66 Meter müsste bei „ungünstigster Annahme“ der Sicherheitsabstand vom Mast betragen. Die Schule sei 200 Meter entfernt. Eigens für Schönstedt habe Vodafone eine neue Standortbescheinigung der Regulierungsbehörde erstellen lassen. Um „Vertrauen“ wurde geworben, mit der Aufforderung „nicht alles nur in Frage zu stellen“. Eingehalten habe man das Versprechen, den Mast erst nach einer Informationsveranstaltung in Betrieb zu nehmen. Dass man ihn bei Nacht und Nebel aufgestellt habe, begründete Zeitz mit „konkreten Drohungen“, die das Unternehmen bekommen habe. Wegen der daraus entstandenen Sorgen und Ängsten habe man sich veranlasst gefühlt, den Mast ohne Öffentlichkeit zu errichten.
Diese Behauptung stellte die Schönstedter in Zweifel. Argumentiert wurde mit Gerichtsurteilen gegen Sendemasten und Quellen, die eben die Gefährlichkeit belegen. Die mit viel Emotionen von Steffi Rümpler vorgetragene Bitte, gemeinsam nach einem neuen Standort zu suchen, wurde von Vodafone letztlich eindeutig abgelehnt.
Bürgermeister Konrad Thalmann (SPD) versicherte trotzdem, sich für einen anderen Standort einzusetzen. Schaden für die Schule müsse abgewendet werden. Für deren Erhalt im Dorf habe er sich immer eingesetzt. Eigene Fehler im Vorfeld hatte der Bürgermeister zu Beginn eingeräumt. Zu sehr habe er sich nur auf die deutschen Sicherheitsstandards verlassen und die Brisanz unterschätzt. Für einen Carport brauche man ein Baugenehmigung, für Sendemasten nicht, sagte Thalmann. Er forderte von der Landesregierung dafür zu sorgen, dass solche Widersprüche im Baurecht künftig ausgeschlossen werden. Matthias SCHENKE
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