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07.06.2009 07:47 Alter: 3 yrs

Nachhaltigkeit im Gorillaschutz

Kategorie: Artenschutz
Autor: Marieberthe Hoffmann-Falk

Die Berggorilla & Regenwald Direkthilfe e.V. wird 25

Die Vorläufer des Gorilla-Journals - eine wichtige Informationsquelle über die verschiedenen Gorilla-Arten und ihre Lebensräume (M)

Der Biologe Claude Sikubwabo, B&RD-Kontaktmann vor Ort

Die B&RD-Gründungsmitglieder Manfred Hartwig, Rolf Brunner und Paul-Hermann Bürgel, die vor 25 Jahren beschlossen, für den Schutz der bedrohten Berggorillas aktiv zu werden. (Foto: Angela Meder)

Mülheim an der Ruhr - Vor 25 Jahren beschlossen drei Enthusiasten aus der Mitte Deutschlands, sich für den Schutz der vom Aussterben bedrohten und in der deutschen Heimat wenig bekannten Berggorillas in Ruanda einzusetzen. Heute ist aus dieser Keimzelle ein Spezialist für den Gorilla- und Naturschutz geworden, der immer dann einspringt, wenn die Projektmittel großer Tierschutzorganisationen ausgeschöpft sind und damit den Fortbestand angelaufener Schutzmaßnahmen sicherstellt. Viele Organisationen schätzen die Berggorilla & Regenwald Direkthilfe (B&RD) als zuverlässigen Partner. Sie ist bis heute der einzige auf Gorillaschutz spezialisierte Verein Deutschlands. Da die B&RD über keinen Verwaltungsapparat verfügt, kein Geld für Werbung ausgibt und alle Mitarbeiter unentgeltlich arbeiten, kommen die Spenden direkt bei den Projekten an.

"Die Arbeit von B&RD sichert Nachhaltigkeit im Gorillaschutz", attestiert der Schweizer Carlos Schuler. "Mit Unterstützung von B&RD konnten wir sehr oft dort eingreifen, wo Gelder zu Ende waren." Carlos Schuler war viele Jahre Mitarbeiter der GTZ im Gorillaschutzgebiet des Nationalparks Kahuzi-Biega. Er ist heute selbstständiger Hotelier in Bukavu im Ostkongo. Besonders beeindruckt ist Schuler von der unermüdlichen ehrenamtlichen Tätigkeit der B&RD: "Finanzielle Ausgaben für administrative Arbeiten werden auf ein Minimum reduziert. Die Hilfsgelder kommen durch Mitarbeiter in den Schutzgebieten vor Ort direkt den wichtigen Aktivitäten zugute. In großen NGOs (Nicht-Regierungs-Organisationen) wird dagegen ein bestimmter Prozentsatz der finanziellen Mittel durch Planungen, Evaluierungen und Reisen verzehrt. Die Arbeit von B&RD zeigt, dass man auch mit kleineren finanziellen Ressourcen Großes bewegen kann."

Auch der Zoologe und Verhaltensforscher Jörg Hess, bekannt für seine Erforschung der Mutter-Kind-Beziehung bei den Berggorillas und ein profunder Kenner des Gorillaverhaltens, sagt auf die Frage, wie man Berggorillas effizient helfen könne: "Das ist eine Frage, die ich oft gestellt bekomme. Seit längerer Zeit ist mein Rat immer derselbe: über die B&RD. B&RD bietet kurze Entscheidungswege und macht vor allem in Notsituationen rasches Handeln möglich."

Anlass der Vereinsgründung von B&RD war eine Afrikareise 1983 von Paul-Hermann Bürgel und seine Begegnung mit einem Mitarbeiter der berühmten Gorillaforscherin Dian Fossey. Von ihm erfuhr Bürgel, wie bedroht die Berggorillas waren. Als dann vor 25 Jahren, im Juni 1984, der Verein gegründet wurde, der damals noch Berggorilla Patenschaft e.V. hieß, zählte Rolf Brunner zu den Mitgliedern der ersten Stunde. Als gelernter Buchhalter war er von Anfang an für die Vereinsfinanzen verantwortlich. Noch heute ist er Mitglied des Vorstands.

Informationsmaterial - im Wohnzimmer gelocht und geheftet

Rolf Brunner erinnert sich: "Bis zu Pauls Afrikareise 1983 hatte ich keine Ahnung davon, dass es so etwas wie Berggorillas gibt. Ich kannte Paul durch Manfred Hartwig. Manfred wohnte bei uns im Haus und Paul in Oberhausen - direkt 'nebenan'. Daher sahen wir uns häufig und lernten uns kennen. Man braucht sieben Leute, um einen Verein zu gründen. So sammelte Paul seine Bekannten zusammen."

Zur ersten Mitgliedsversammlung kamen neben den Gründungsmitgliedern gerade einmal drei oder vier Leute, bei der zweiten immerhin schon acht. Rolf Brunner: "Wir konnten uns keinen großen Presseaufwand leisten, also gab es nur Mund-zu-Mund-Propaganda." Damals gab es noch keinen PC, der die anfallenden Arbeiten erleichterte. Die ersten Vereinszeitungen waren Kopien von Zeitungsberichten mit wenigen selbst verfassten Texten. "Die Zeitungen wurden in unserem Wohnzimmer von Paul, Manfred und mir sortiert, gelocht und geheftet. Die Poster waren noch handgeschrieben."

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