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Regeln für den Bau neuer Mobilfunk-Sender
Kategorie: MobilfunkAutor: Bürgerinitiative Omega Klaus Rudolph
Kroos schlägt Gründung eines Arbeitskreises vor
Lage (be). Sie stehen auf dem „Haus der Diakonie“ unweit des Awo-Kindergartens „Butzeburg“ und in direkter Nachbarschaft zur Freiligrath- Realschule: Funkmasten für Handys schießen derzeit überall im Stadtgebiet ins Kraut. Künftig soll der Errichtung neuer Anlagen in unmittelbarer Nähe empfindlicher Bereiche wie Kindergärten, Alteneinrichtungen und Schulen ein Riegel vorgeschoben werden.
Mit diesem festen Grundsatz gehen die Mitglieder des Umweltausschusses in die Fraktionen, um dort die immer stärker auf den Nägel brennende Thematik weiter zu beraten. Außerdem soll auf Anregung von Planungsamtsleiter Gerhard Kroos ein mit Fachleuten und Vertretern aus der Politik besetzter Arbeitskreis eingerichtet werden, der als Schnittstelle zwischen seiner Behörde und dem Umweltamt zur Abstimmung weiterer Anträge zu Rate gezogen wird. Bereits im vergangenen November hatte Kroos im Bau- und Planungsausschuss darauf hingewiesen, dass ihm Antragsteller neuer Sendeanlagen geradezu „die Bude einrennen“ (die LZ berichtete).
„Die Mobilfunk-Thematik ist so brisant wie die der Windkraft“, meinte Umweltausschussvorsitzender Otto Lücke (FDP). Lücke gab dem ausgewiesenen Fachmann in Sachen Mobilfunk, Bernd Rainer Müller von den Bündnisgrünen, Gelegenheit, über die Auswirkungen von Elektrosmog auf den menschlichen Organismus zu sprechen. Im Moment gebe es an die 20 Anlagen in der Zuckerstadt. Geplant seien 100. Erst 2005/2006 sei mit ersten Studien zu rechnen, die die Frage beleuchten, inwieweit die Strahlung die Gesundheit beeinträchtigt, so Müller. Ausgeschlossen werden könne das nicht. Vor allem empfindliche Menschen, die dauerhaft Elektrosmog ausgesetzt sind, leiden unter Kopfschmerzen oder Schlaflosigkeit. Derzeit streiten sich das nordrhein-westfälische Umweltministerium und die Mobilfunk- Industrie über Grenzwerte für die Strahlung.
Planungsrechtlich ist es schwierig, Betreibern von Mobilfunk-Anlagen die Genehmigung für die Errichtung eines Masten zu versagen, es sei denn, sie möchten dies in einem ausgewiesenen reinen Wohngebiet tun. Aber davon gibt es Lage gerade mal eine Handvoll. Kroos sagte aber auch: „Wenn man den Antragstellern sagt, baut nicht an Schulen oder Kindergärten, dann sind die auch schnell mit einem anderem Bereich zufrieden.“
Quelle: Lippische Landes-Zeitung Lokales 17.1.2003
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