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28.04.2004 08:16 Alter: 8 yrs

Rundbrief von "KEIN PATENT AUF LEBEN!"

Kategorie: Artenschutz
Autor: Bürgerinitiative Omega Klaus Rudolph

Die EU-BIO-PATENTRICHTLINIE soll nun wirklich noch vor oder kurz nach der Sommerpause durch den Bundestag umgesetzt werden.

Die EU-BIO-PATENTRICHTLINIE soll nun wirklich noch vor oder kurz nach der Sommerpause durch den Bundestag umgesetzt werden. Die erste Lesung hat am 11. März 04 stattgefunden. Die Diskussion des Themas liegt einige Zeit zurück. Anlass, dass wir uns jetzt, vor der Entscheidung, zu Wort melden und noch einmal die nach wie vor strittigen Punkte hervorheben, insbesondere:

  • Patente auf Gensequenzen, auch auf Gene des Menschen
  • Patente auf Pflanzen
  • Patente auf Tiere und auf Teile des menschlichen Körpers
  • Fehlende Vorkehrungen gegen Biopiraterie (Herkunftsangaben etc)


Angehängt ist ein MUSTERBRIEF und eine POSTKARTE. Beides ist auch auf unserer Homepage zu finden. Wir möchten Sie bitten, möglichst bald die Postkarte abzuschicken und den Musterbrief oder ein selbst formuliertes Schreiben an Abgeordnete des Bundestags zu schicken. Die Namen der Abgeordneten können Sie unter – www.bundestag.de, dann Abgeordnete, dann Suche nach Ihrem Wahlkreis - abrufen. Wenn sie sich die Mühe um Ihre Abgeordneten nicht machen wollen, schreiben Sie an ein am Ende des Briefes aufgelistetes Mitglied des Bundestags (MdB). Die e-mail Adresse aller Bundestagsabgeordneten heißt Vorname.Nachname@bundestag.de. Falls Sie Postkarten verwenden und verteilen können, telefonieren, faxen, mailen oder schreiben Sie uns. Wir schicken sie Ihnen unentgeltlich zu.

Musterbrief unter: http://www.keinpatent.de/Aktionsbrief_240404.html
oder als PDF-Dokument unter: http://www.keinpatent.de/doc/Aktionsbrief0404.pdf
Postkarte als PDF-Dokument unter: http://www.keinpatent.de/doc/KeinPatent_Postkarte.pdf

In der Zwischenzeit hat sich die BUNDESREGIERUNG mehrfach bemüht, die Richtlinie umzusetzen. Der Widerstand von den verschiedensten Seiten, unter anderem vom Deutschen Bauernverband, den Kirchen, der Ärztekammer und den Krankenversicherungen, hat die Umsetzung jedoch immer wieder verzögert. Die EU-Kommission hat allerdings die säumigen Länder bereits beim Europäischen Gerichtshof verklagt. Falls die Klage zum Tragen kommt, könnte es für die Bundesrepublik teuer werden. Bis dahin wird allerdings noch mindestens ein Jahr vergehen.

Beim EUROPÄISCHEN PATENTAMT (EPA) werden weiter Patente auf Pflanzen, Tiere, Gewebe und menschliche Gensequenzen angemeldet und erteilt. Die Zahlen nehmen bei den Erteilungen deutlich zu, bei den Anmeldungen aber auch ab, insbesondere bei Patenten auf Pflanzen und Gene von Pflanzen. Im vergangenen Jahr wurden 23 (11) Patente auf Tiere, 28 (15) auf Gewebe des Menschen, 63 (38) auf Pflanzen und viele auf menschliche Gensequenzen erteilt. Die Zahlen in Klammern geben die jeweilige Anzahl aus dem Jahre 2002 an. Die Patenterteilungen sind also vom Jahr 2002 zum Folgejahr in diesen Bereichen um fast 100% gestiegen!

Vor kurzem hat Greenpeace wieder einmal einen PATENTSKANDAL am EPA durch eine große Aktion aufgedeckt. Das Patent EP 1 121 015, das im vergangenen November erteilt wurde, umfasst Verfahren zum Einfrieren von Zellen, die bei der künstlichen Befruchtung verwendet werden. Das Patent beansprucht dabei aber auch explizit menschliche Eizellen, Sperma und Embryonen. "Kein Patent auf Leben!" war an der Recherche zu diesem Patent wesentlich beteiligt. Wenn nicht eindeutige gesetzliche Grenzen gesetzt werden, machen Patente auch vor dem Menschen nicht halt und nach Ansicht von Greenpeace ist das "der Weg hin zur Industrieproduktion von Menschen".

In den nächsten Monaten werden wieder verschiedene Patenteinsprüche am EPA verhandelt: All diese Verhandlungen sind öffentlich, Sie können als Zuhörer teilnehmen.

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Mittwoch, 05-05-04 08:23, Kommentar von Fridolin Brandt :

Einen Rat weiß ich nicht, zumal ich öffentlich seit ca. 1987/88 immer wieder auf Podiumsdiskussionen, bei Freisetzungsversuchen, in Gerichtsverfahren im Großraum München mit meinen Protesten so ziemlich allein war. Ja ich wurde verspottet und als Rebell dargestellt.
Diese Gleichgültigkeit in der Bevölkerung ist heute so wie vor 15 Jahren.
In etwa ist die Situation so wie 1933/45, jeder hätte von den Naziverbrechen wissen können. Es waren nur wenige die genügend Zivilcourage hatten !

Wir brauchen keine Freisetzungsversuche !
Wir brauchen überhaupt keine GVO. Nur die Agrarmulits brauchen diese. Wir Imker werden unsere Produkte wie Blütenpollen (wertvolle Nahrungsergänzung für den Menschen ) nicht mehr verkaufen können und wir werden mit der Imkerei aufhören müssen.


Selbst in der Hobbyimkerorganisation ( Deutscher Imkerbund ca. 95.00 Mitglieder ) wird die GVO- Gefahr verniedlicht ) Einzig der Deutsche Berufsimkerbund ( Mitgliedzahl unbekannt ) wehrt sich , allerdings mit den falschen Mitteln (Schmusekurs gegenüber Behörden u. Politik )in Ansätzen gegen die GVO.
Wenn aber ein gentechnisch freies Produkt (Pollen, Honig) in Zukunft nicht mehr produziert werden kann und sogar Resistenzgene bzgl. Antibiotika mitgeliefert werden, dann muss der Verursacher die Haftung übernehmen, aber genau das wollen diese Firmen nicht tun und das ist nicht sozial! Soll auch hier der Staat die Grossversuche der Grossindustrie subventionieren, das ist keine landwirtschaftliche Subvention. Anscheinend wollen im Moment aber ein paar grosse Unternehmen den Berufsstand Imker wissentlich zugrunde richten, damit sie ihre Produkte einfacher verbreiten können. Haben die gentechnisch veränderten Pflanzen den Bauern in z. B. Indien oder Nordamerika ökonomisch genutzt?

Siehe auch :
www.imkereibrandt.de
www.bienensterben.info

 
Sonntag, 09-05-04 18:25, Kommentar von Frank D. :

Hallo Fridolin,

> In etwa ist die Situation so wie 1933/45, jeder hätte von
> den Naziverbrechen wissen können. Es waren nur wenige die
> genügend Zivilcourage hatten !

den Vergleich mit der Machtergreifung Hitlers bzw. den Terror durch das Naziregime mit dem Freisetzen von Genmanipulierten Pflanzen gleichzusetzen, finde ich unpassend.

Es geht doch gar nicht um fehlende Zilvilcourage, sondern eher um Gleichgültigkeit. Wen interessiert es denn wirklich, was in Lebensmitteln enthalten ist oder nicht? Wen stört es, ob freigesetzte Pflanzen weiter mutieren und benachbarte Äcker durchdringen?

Erst doch dann, wenn wirklich mal etwas passiert ist.

Frank

 
Sonntag, 09-05-04 19:58, Kommentar von Fridolin Brandt :

Hallo Frank,
der Vergleich GVO / Naziregime ist durchaus passend und noch erheblich zu mild formuliert.

So wie dazumal wird der Wille des Volkes mit brutaler Macht gebrochen. Heute allerdings zusätzlich mit den Mitteln der Finanzen.

Es kann nicht sein, das die Politiker aller Couleur sich zu Erfüllungsgehilfen der Agrokonzerne korrumpieren.

Uns Imkern wird auf Grund der GVO die Existenzgrundlage entzogen. Ist das etwa anders, als das was die Nazis mit den Juden gemacht haben ?

Welche Interssen stecken hinter der GVO- RForcierung seitens der Politiker ? Etwa geldwerter Vorteil ? um es vorsichtig zu formulieren. Sind die artfremden Gene in den Kulturpflanzen erst einmal freigesetzt , gibt es kein zurück mehr. Außer mir, dem Deutschen Berufsimkerbund, dem Europ. Berufsimkerbund,vielen Initiativen,Verbänden und nicht zuletzt 70 % der Bevölkerung stört es gewaltig, wenn GVO in der Nahrung ist.
Herzlichen Gruß
Imkerei Fridolin Brandt
www.imkereibrandt.de
www.bienensterben.info

 
 

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