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Stroh und Pellets oder Weizen zum Heizen? Biomasse statt Erdöl.
Kategorie: Erneuerbare EnergienAutor: Norbert Suchanek
Draußen ist es Bitterkalt. Drinnen soll es warm und behaglich sein. Doch je länger der Winter dauert, desto weniger traut man sich in den Heizöltank zu schauen. Und so manch ein Hausbesitzer schickt ein Stoßgebet gen Himmel: Hoffentlich reicht das Öl noch wenigstens bis April, wenn die Heizölpreise wieder runter gehen – hoffentlich!
Egal wie man es dreht oder wendet: Erdöl und Erdgas sind endliche Energieträger. Spätestens im nächsten Jahrhundert werden ihre Vorräte in der Erdkruste am Ende sein. Und schon jetzt ist diese Endlichkeit in Geldbeutel und Weltpolitik spürbar. Die Preise für Heizöl steigen – auch ohne Ökosteuer - fast schon kontinuierlich, und der Kampf um die restlichen Erdöl- und Erdgasvorräte wird immer heftiger ausgetragen. Der weiterhin blutige Irakkrieg ist hier nur eines der herausragenden Ereignisse. Genauso wird um die Energieressourcen der indonesischen Provinz Aceh gekämpft, wo die Bevölkerung nun zusätzlich noch unter der Flutkatastrophe zu leiden hat. Auch in den mehr oder weniger heftigen Gemetzeln in Kolumbien spielen Erdölquellen als Treibstoff eine entscheidende Rolle. Die Liste ließe sich fortsetzen. Es ist also höchste Zeit für eine andere Heizung oder zumindest für einen anderen Energieträger. Zumal keine wissenschaftlichen Zweifel mehr darüber bestehen, dass die fossilen Brennstoffe zudem noch das globale wie regionale Klima anheizen und durcheinander bringen. Stürme, Flutkatastrophen, Trockenheit und Hochwasser, und am Ende droht uns West- und Mitteleuropäern noch eine neue Eiszeit. Nein! Mit Erdöl oder Erdgas als Energieträger sollte man niemanden mehr hinter dem Ofen hervorlocken können. Angesagt sind nachwachsende, ökologische und langfristig preiswerte Rohstoffe wie Holz, Biogas oder Stroh.
Wärme und Strom aus Stroh
"Normalerweise gibt es ja bei uns Stroh ohne Ende", sagt der Schleswig-Holsteiner Volker Pries und macht damit das große Nutzungspotential dieses in der Getreideernte als Reststoff anfallenden Energieträgers deutlich. Meist nutzen die Bauern das Stroh überhaupt nicht, lassen ihn als Dünger auf dem Feld liegen oder verwenden ihn als Einstreu in den Ställen. Pries ist Geflügelzüchter und gleichzeitig in Deutschland ein „Pionier“ beim Bau von Strohheizwerken zur Nahwärmeversorgung. Fünf Strohballen entsprächen in etwa dem Heizwert von 1.000 Liter Heizöl, rechnet er vor. Jeder Ballen aus der Region koste etwa zwanzig Euro, womit Stroh bereits bei den heutigen Ölpreisen von 40 Cent je Liter deutlich billiger als Heizöl wäre. 100 Euro gegenüber 400 Euro bei gleichem Heizwert. Kein Wunder, dass unser Nachbarland Dänemark längst Strohheizkraftwerke fördert. Bereits einige Tausend sind dort in Betrieb. Neueste Techniken sorgen dafür, dass die Stroheizkraftwerke die strengen Grenzwerte der neuen Technischen Anleitung (TA) Luft einhalten. Allein in Deutschland könnten solche Kraftwerke rund 30 Milliarden Kilowattstunden pro Jahr liefern, schätzt das Biomasse-Informationszentrum (BIZ) in Stuttgart. Doch während auch in Österreich bereits elf mit Stroh befeuerte Heizwerke mit einer installierten Gesamtleistung von mehr als 20 MW in Betrieb sind, liegt das Potenzial bei uns noch weitestgehend brach.
Energiereiche Pellets aus Restholz
Als Ersatz für die Ölheizung auch kleinerer Häuser eignet sich Stroh aber eher weniger. Hier bietet sich die Pelletsheizung an. Ihr Rohstoff kommt aus heimischen Wäldern. Waldrestholz fällt als Rückstand der Stammholz- und Industriegewinnung bei der Endnutzung und bei Durchforstungsmaßnahmen in großen Mengen an. Zusammen mit den unbehandelten Resten aus den Sägewerken ist es das Grundmaterial für die Holzpellets: Aus den Holzresten gepresste, 10 bis 30 Millimeter lange Röllchen mit einem Durchmesser von 6-8 Millimeter.
Ausgehend von Österreich erfreuen sich die Pelletsheizungen nun auch bei uns steigender Beliebtheit. Im vergangenen Jahr gingen in Deutschland rund 30.000 solcher Heizungen in Betrieb, schätzt der Deutsche Energie-Pellet-Verband (DEPV). Die meisten verkauften Anlagen sind Wasser führende Heizsysteme, in denen die Pellets automatisch in den Brennraum gelangen so wie bei den Gas- oder Ölheizungen. Die Biomasseforscher vom BIZ haben errechnet, dass das Heizen mit Pellets nur etwa 60 Prozent der Kosten verursacht, die für Erdgas anfallen, und nur 78 Prozent der Heizölkosten ausmacht. Lediglich der Anschaffungspreis für Pelletskessel und -brenner mit Fördersystem (etwa 7.000 Euro bis 13.000 Euro) ist derzeit noch höher als eine Heizöl- oder Erdgasanlage. Doch den Umstieg auf die umweltfreundlichen Pellets erleichtern verschiedene Förderprogramme von Bund und Land. So fördert das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) Pelletsheizungen, die an eine Zentralheizung angeschlossen sind, mit 55 Euro je Kilowatt installierter Nennwärmeleistung.
Bisher ist Österreich noch der Hauptlieferant von Holzpellets in Europa. Aber Deutschland holt auch bei der Produktion dieser kleinen Röllchen auf. So entsteht im Süd-Schwarzwald gerade Deutschlands größtes Pelletwerk in Buchenbach. Rohstofflieferant sind die ortsansässigen Holzwerke, wo jährlich bis zu 460.000 Kubikmeter Restholz anfallen. Daraus ließen sich 66.000 Tonnen Pellets im Jahr herstellen. Doch zunächst will man an diesem Standort nur kleinere Brötchen backen und beschränkt sich auf eine angestrebte Produktionsmenge von 50.000 Tonnen Pellets jährlich, was 25.000 Tonnen Heizöl entspricht.
Ein Schwachsinn, was hier zum Heizen mit Weizen geschrieben wird...
Es ist einfach nur eine Frage der Ökonomie.
Wer meckert denn wenn auf 1000den von Hektar anstatt Weizen eben Mais angebaut wird um ihn in Biogasanlagen zu Strom zu machen. Auch auf diesen Flächen könnte man hungernde ernähren...
Lächerlich was hier gelabert wird...
Und... auch Holz wird irgendwann nicht mehr da sein, wenn wir alle beginnen die gesamte Welt mit Holz zu beheizen...
