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Umwelt- und Nord-Süd-Nachrichten Juni 2005
Kategorie: HintergrundinfosAutor: Norbert Suchanek
Zusammengestellt von Norbert Suchanek.
BOTSWANA: „Naturschutzlüge“ vertrieb Buschmänner
„Buschmänner“ nennt man bei uns die Völker wie die San oder Kung, die seit Jahrtausenden in der südwestafrikanischen Kalahari-Region ihre Heimat haben. Doch schon seit einigen Jahren sind diese Buschmannvölker dort nicht mehr erwünscht – aus Naturschutzgründen, wie beispielsweise die Regierung Botswanas behauptet. Die Buschmänner würden zu viele Tiere jagen, deshalb mussten sie ihr als „Zentral Kalahari Wildreservats“ deklariertes Land seit 1997 zwangsweise verlassen. Aber diese „Naturschutzlüge“ sei nur ein Vorwand gewesen, sagt die Menschenrechtsorganisation Survival International und bekam nun auch vor Gericht Recht. Der Regierung sei es vor allem darum gegangen, „in Ruhe“ die reichen Diamantenvorkommen ausbeuten zu lassen. Außerdem dient das „Wildreservat“ als Spielwiese für Fernreisende „Ökotouristen“.
Stephen Corry, der Generaldirektor von Survival: "Sowohl die Regierung von Botswana als auch De Beers (Diamanten-Unternehmen) behaupteten stets steif und fest, dass die Buschmänner im Reservat mit Gewehren und Geländefahrzeugen jagen würden. Dieses falsche und schädliche Argument wurde nun vor Gericht entkräftet. Es ist wirklich tragisch, dass es erst zu einem langen und teuren Gerichtsprozess kommen musste, um die Wahrheit ans Licht zu bringen."
Nicht der Badischen Zeitung, die im vergangenen Jahr eine Leserreise nach Botswana organisierte, sollte deshalb ihre am 2. Juni erschiene Afrika-Reportage mit dem Titel "Aids ist ein Problem, aber sonst ist Botswana ein Musterland" peinlich sein. Die von der Weltbank mitfinanzierte Ausplünderung der Diamantenvorkommen in Botswanas Zentralem Kalahari-Wildreservat durch ein Tochterunternehmen des transnationalen Bergbaukonzerns BHP Billiton - mit jährlich über 10 Milliarden Euro Konzernumsatz - wird darin vollkommen unkritisch betrachtet und die betroffenen Ureinwohner mit keinem Wort erwähnt. So heißt es in dem Bericht: "Die weltweit wertvollsten Quadratmeter Grundbesitz befinden sich in Afrika am Rande der Wüste Kalahari in Botswana. Dort befördern Kipplaster in der Größe zweistöckiger Häuser und mit Reifen von drei Metern Durchmesser mit jeder Fuhre 240 Tonnen Gestein aus einem rund 50 Fußballfelder großen und inzwischen 200 Meter tiefen Loch: In der Mine Jawaneng werden Jahr für Jahr Diamanten im Wert von über einer Milliarde Dollar gewonnen." Ebenso peinlich sollte dieser Bericht für die bündnisgrüne, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit (BMZ), Uschi Eid, sein. Denn darin äußert sie sich über diesen afrikanischen Staat, der seine eigene Urbevölkerung für Diamanten und Touristen verkauft, mit den Worten: "Auf diesem Flecken Erde ist soviel Reichtum versammelt, wie man sich das kaum vorstellen kann."
Weitere Informationen:
Survival Deutschland, Berlin, Tel: 030 29002372
E-Mail: info@survival-international.de
Internet http://www.survival-international.de
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