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06.04.2005 20:13 Alter: 7 yrs

Umweltnachrichten März/April 2005

Kategorie: Hintergrundinfos
Autor: Norbert Suchanek

Zusammengestellt von Norbert Suchanek

 

Kantinenessen aus dem Eimer – statt Jobs und gutem Essen

Es stimmt zwar, dass die eine oder andere Kantine inzwischen auch mehr oder weniger biologische Produkte verwendet. Doch das sind offensichtlich Nadeln im Heuhaufen. Tatsächlich setzen Betriebs- und Krankenhausrestaurants zunehmend auf billige, vorgefertigte Speisen und Fertigzutaten der Food-Industrie. Grund: Die Kantinen müssen sparen, weil ihnen der Subventionshahn weiter zugedreht wird. Wie die Unternehmensberatung Roland Berger in einer Studie jüngst weiter feststellte, mussten im vergangenen Jahr 39 Prozent der Betriebskantinen mit weniger Unterstützung durch ihre Unternehmen auskommen. Die Subventionen würden überdies schon seit Jahren abgebaut mit der Folge, dass Stellen in den Kantinen verloren gingen und gleichzeitig die Preise in den Kantinen stiegen, obwohl den Gästen zunehmend billiges „Industriefutter“ vorgesetzt werde.

Eine Seefahrt, die ist lustig...

Nein, die Arbeit auf hoher See, war noch nie ein Zuckerschlecken gewesen. Und ganz besonders gilt dies für viele der Tausenden von Seeleuten aus den ärmeren Staaten, die für einen Hungerlohn auf Öltankern, Superfrachtern und Kreuzfahrtschiffen Schichtdienst tun. Seit Juli 2004 geht es ihnen dank der verschärften Gesetze gegen Terroranschläge aber noch schlechter. Nun fühlen sich viele Seeleute regelrecht wie Gefangene und von der Welt ausgeschlossen, denn ihnen wird der Landgang oft verwehrt. Nach Wochen oder gar Monaten auf See dürfen vor allem Seeleute islamischen Glaubens ihr Schiff in den Häfen nicht mehr verlassen, kritisiert eine Studie der Universität Bremen. In einem deutschen Hafen sei es sogar vorgekommen, dass pakistanische Seeleute nicht mal mit ihren Familien telefonieren durften.

Atomkraft kehrt zurück – Zensur beim VCE

Es gibt ja immer noch Parteien, die die Atomkraft unbedingt auch in Deutschland wieder hoffähig machen wollen. Sie scheinen inzwischen wieder steigenden Einfluss in unserer Republik zu haben. So übte das Umweltbundesamt kürzlich Zensur an der Reiselust-Broschüre des Verkehrsclub Deutschland e. V. (VCE). Wie die Journalistenzeitschrift „Menschen Machen Medien“ berichtet, musste der VCE auf Druck des Umweltbundesamtes in der Wendland-Reisereportage einer Journalistin alles streichen, was mit Atomkraft und dem Widerstand dagegen zu tun hatte. Die Zeitschrift zitiert aus dem Brief des VCE an die Journalistin: „In letzter Minute forderte uns das Umweltbundesamt auf, alles was mit Atomkraft und Rebellentum in den Wendlandtexten stand, herauszunehmen.“ Der ganze Vorgang wiederum ruft weitere Fragen auf: 1. Wieso darf das Umweltbundesamt Druck auf einen Verein ausüben? 2. Wieso lässt sich das ein Verein wie der VCE gefallen? 3. Seit wann ist Zensur durch den Staat wieder in Deutschland erlaubt?

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