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02.01.2010 17:57 Alter: 2 yrs

Vom Nutzen einer „Katastrophe“

Kategorie: Erneuerbare Energien
Autor: Werner Schersach

Geradezu märchenhaft taucht plötzlich in der afrikanischen Wüste, gleich einer glitzernden Fata Morgana, ein gigantisches Solarenergieprojekt auf, das, o Wunder, inmitten einer stetig unsicherer werdenden Krisenregion die Energieversorgung der Welt sichern soll. Hier bedarf es schon eines festen Glaubens an das behütende Walten höherer Mächte.

Zum Finale noch ein kräftiger Schuss Science Fiction: Riesige Schiffe fahren zu Tausenden hinaus auf See um Dampf zu machen. Das Sonnenlicht wird von den Dampfwolken reflektiert und der sich aufheizende Planet kühlt ab, so der kühne Plan. Das ist aber noch die preiswerte Variante. Andere Lösungen sehen riesige Spiegel im Weltall vor die das Licht der Sonne von der Erde wegreflektieren, Hauptsache der Schornstein darf vorerst weiter qualmen. Fortsetzung folgt gewiss demnächst in diesem Panoptikum.

Das also kommt dabei heraus, wenn man den eigenen Profit fest im Blick, den Sinn für die Realität verliert. So fährt der organisierte Wirtschafts- und Politikegoismus nicht nur Weltklimakonferenzen vor die Wand.

Finis terra also? Nein, so schnell schießen die Preußen nicht und so schnell werfen sie auch die Flinte nicht ins Korn. Denn gottlob ist die Medienwelt nicht die Welt, sondern nur ein kleiner und real eher unbedeutender Teil davon, auch wenn die Medienmenschen das gern anders sehen.

Eine Konferenz ist eine Ansammlung redender Menschen von denen viele sich für bedeutend und wichtig halten, auch wenn sie jahrelang lediglich Papier und Warmluft  aber keine greifbaren Ergebnisse erzeugen.

In der realen Welt gehen die notwendigen Veränderungen recht rasant und in die richtige Richtung voran. Die Umsätze der Solar-, Wind- und Geothermiewirtschaft wachsen stetig. Immer mehr Haus- und Hallendächer werden blau, in immer mehr Kellern arbeiten Wärmepumpen und es wird gedämmt was das Zeug hält, den stetig steigenden Energiepreisen und fallenden Anlagenpreisen sei dank.

Auch für den Anleger werden erneuerbare Energien immer interessanter, die Zahl der Fonds und Betreibergesellschaften wächst stetig.

Zahlreiche internationale Entwicklungshilfeprojekte im Energiebereich gedeihen weltweit prächtig.

Die Menschen haben also offenbar auch weitgehend ohne „politische Führung“ die Zeichen der Zeit erkannt und handeln konsequent im Interesse des eigenen Geldbeutels, einen machtvolleren Verbündeten kann sich dieser Planet gar nicht wünschen. Wenn dann den Menschen auch noch die Erkenntnis dämmert, das weniger Politik und Politiker, weniger Lobbys und Lobbyisten vielleicht mehr Sinn und Ergebnisse hervorbringen und weniger kosten, ist möglicherweise die „Katastrophe von Stockholm“ doch noch von Nutzen.

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Montag, 04-01-10 17:11, Kommentar von Günter Röhrer , E-Mail: guenter-roehrer(at)t-online.de :

... oder kurz gesagt:
" Außer Spesen - nichts gewesen !"

 
 

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