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26.09.2002 20:11 Alter: 10 yrs

Wal-Sterben vor Fuerteventura und Lanzarote

Kategorie: Wale / Meerestiere
Autor: karin dinges

Bis gestern sind 17 Cuvier-Schnabelwale (Ziphius cavirostris) an den Küsten Fuerteventuras und Lanzarotes gestrandet, 12 Tiere sollen bereits verendet sein.

Die Ursache für das Stranden und Sterben der Wale sehen Umwelt- und Tierschutzorganisationen in den Manövern der Nato-Marinestreitkräfte, eine Meinung, die kanarische Regierungsorgane teilen. Sie verlangten den sofortigen Abruch der Übungen. Diese Forderung wurde von dem spanischen Verteidungsministerium jedoch zurückgewiesen, stattdessen soll eine eingeleitete Untersuchung der Kadaver die Todesursache klären.

Das werden die Kanaren so nicht hinnehmen. Es geht um ihr Ansehen als Urlaubsgebiet. Vor den Augen badender Urlauber verendende Wale sind schlecht für das Image und wenig vereinbar mit dem Bild Lanzarotes als Reservat der Biosphäre. Einem Bericht des Kölner Stadtanzeigers zufolge haben sich "dramatische Szenen" am Strand abgespielt, als Tierschützer gemeinsam mit Urlaubern ein gestrandetes Tier in Decken hüllten und mit Meerwasser übergossen, um es zu retten, während gleichzeitig Nato-Soldaten mit ihren Landungsübungen nur wenige 100 m entfernt fortfuhren.

Dies ist nicht der erste Fall von Wal-Sterben, der in Verbindung zu Nato-Manövern und Sonar-Tests steht. Bereits 1989 strandeten und starben 24 Wale vor Fuerteventura, am 12. und 13. Mai 1996 strandeten zwölf Cuvier-Schnabelwale an der Westküste des griechischen Peloponnes, nachdem die NATO ein Niederfrequenzsonar vor der griechischen Küste einsetzte. Vor ca. zwei Jahren verendeten Wale nach einem Seemanöver vor Madeira. Im März 2000 strandeten 16 Wale und zwei Delfine innerhalb von 24 Stunden auf den Bahamas als Folge von Schall-Unterwasser-Versuchen der US-Marine mit Mittelfrequenz-Sonar; zu diesem Ergebnis kommt eine von der Navy und der obersten Fischereibehörde der USA (National Marine Fisheries Service) in Auftrag gegebene Studie. Untersuchungen der Walköpfe, durchgeführt von der Woods Hole Oceanogprahic Institution und der Harvard Medical School, ergaben Blutungen und Gewebezerstörungen in Bereichen: Innenohr (Trommelfell, Gehörknöchelchen), Rachen und Gehirn - verursacht durch unter Einwirkung mechanischer Kräfte entstandener Druck...


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Donnerstag, 10-10-02 20:15, Kommentar von Jochen Overwien :

Nach einer Meldung der dpa ist das Wal-Sterben vor zwei Wochen in der Nähe der Kanaren durch Marine-Manöver der Nato in diesem Gebiet ausgelöst worden. Die Wale seien damals an Hirnblutungen gestorben, die sie durch starke akustische Signale erlitten hätten, heißt es in einem Bericht der Universität in Las Palmas de Gran Canaria. Diese Signale könnten nur von den Schiffen ausgegangen sein, die an dem Manöver teilgenommen hatten, wurde mitgeteilt. Die Untersuchung der Kadaver habe ergeben, dass die Wale ansonsten völlig gesund gewesen seien.

Während des Nato-Manövers vor den Kanaren waren Ende September auf den Inseln Fuerteventura und Lanzarote 15 Wale an Land getrieben worden. Davon verendeten 13. Die Tiere gehörten der Familie der Schnabelwale an.

 
Sonntag, 31-10-10 11:53, Kommentar von I.M. Jarau :

Stellen wir uns das am eigenen Leib vor.Wer selbst schon mal Hirnblutungen hatte, kann es vielleicht etwas besser.
Wir schwimmen im Wasser, der Tag ist gut. Gerade haben wir noch einen schmackhaften Fisch gefangen. Dann ein fiependes Geräusch, das immer lauter wird. Es pocht im Kopf. Du hoffst es geht vorbei, aber es wird immer lauter. Die Schallwellen reflektieren, werden zurückgeworfen. Auf ein mal scheinen sie von überall her zu kommen. Wer in der Tiefe taucht, bekommt einen solchen Schreck, das er erstmal nach oben schießt. Viel zu schnell auftaucht. Gase bilden sich im Blut. Du fühlst dich körperlich unwohl. Dein Kopf scheint zu platzen, wie bei einem extrem starken Migräneanfall. Deine Knochen, alles an dir spürt die starken Schwingungen des Sonars. Du willst nur flüchten, aber wohin? Es macht dich wirre. Du verlierst die Orientierung. Willst dich retten, findest aber keinen Ausweg. Du willst nur raus aus dem Wasser. Du leidest an
Gelenkschmerzen
Muskelschmerzen
Juckreiz der Haut
Mikroembolien
Ödeme
Hautemphysem
Müdigkeit
neurologischen Ausfällen
Paralysen
Sensibilitätsstörungen
Hörverlust, Blut steht dir in den Ohren, weil genau wie in den Augen und im Rest deines Körpers kleine Blutgefäße geplatzt sind. Du leidest an Sehverlust und blutest aus den Augen, willst Ruhe, aber überall um dich ein Lärm vielfach so schlimm wie ein Flughafen, übersteuernde Mikrophone, Hammern von tausend Presslufthämmern, Gebäudesprengungen und Bombeneinschlägen auf einmal.
Du weißt, du wirst sterben.
Du weißt, du kannst nichts dagegen machen, bist den Menschen ausgeliefert.
Dein letzter Wunsch, Ruhe.
Sei es aus Orientierungslosigkeit oder tatsächlich aus dem Wunsch : "nur raus aus dem Wasser"
du schwimmst zum Strand um in Ruhe zu sterben - falls du es noch so weit schaffst bei dem letzten Rest von klarem Bewusstsein.
Vielleicht empfängst du von deinen Brüdern, Schwestern, deinem Mann noch ein letztes Gefühl von Verbundenheit, neben ihrer Panik. Vielleicht flehen dich deine Kinder um Hilfe an, wollen, dass du ihnen einen Ausweg zeigst.
Du versuchst sie vielleicht zu trösten, ein letzter Rest Hoffnung...
Vergeht
wie dein Leben.

 
 

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