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17.12.2006 17:10 Alter: 5 yrs

Waldbesitzer sind die Ölscheichs von morgen – Geschäft mit erneuerbaren Energien boomt

Kategorie: Erneuerbare Energien
Autor: Gunnar Sohn, Andreas Schultheis

Besonders beim Einsatz von Pflanzenölen in der Energieerzeugung sieht er enormes Potenzial. Auch aufgrund politischer Willensbekundungen zugunsten der Biokraftstoffe rechnet er mittelfristig mit einem Anteil von 15 bis 20 Prozent. Beim Rapsanbau setzt Janßen dabei auf Investitionen in Kasachstan. Der Raps aus dem Osten sei günstiger, als in Deutschland angebaute Pflanzen. Allerdings liege das nicht in erster Linie an den niedrigen Löhnen: „Die Bedingungen sind für die Pflanzen einfach optimal", so Janßen gegenüber der Westdeutschen Zeitung. „Die muss man nur einpflanzen, düngen oder spritzen kann man sich sparen." 15 Hektar lässt seine Holding dort von einem kooperierenden Landwirt anbauen, 60 000 sollen es in naher Zukunft werden. Insgesamt stehen eine Million Hektar Land zur Verfügung. Denn die Goldfish-Holding kooperiert mit dem größten Weizenbauern Kasachstans. Vorteil: Wo die Neusser gerade keinen Raps anbauen, kann der Kasache seinen Weizen hinsetzen. Die Felder sind flexibel tauschbar. „So ersparen wir uns die Fruchtfolge und können jedes Jahr auf einer gleich großen Fläche Raps anbauen, ohne die Böden auszulaugen", erklärt Janßen. Die Kasachen würden dabei gut kooperieren. Keine Spur von überbordender Bürokratie, die den meist autoritär regierten Staaten in Osteuropa nachgesagt werde.

„Das Interesse, von unserem Know-How zu profitieren, ist groß", sagt Janßen. Während die Kasachen das Land stellen, kümmert sich die Neusser Holding um Maschinenpark und Transport. „Am Anfang waren in Deutschland alle skeptisch, ob die Logistik funktioniert", berichtet Janßen. „Seitdem das erste Öl hier ist, stehen die Interessenten Schlange." Die Vermarktungschancen für kasachisches Rapsöl wertet er als sehr positiv, besonders für den deutschen Markt. „In Deutschland gibt es nur eine begrenzte Anbaufläche für Raps. In diesem Jahr wurde die Pflanze auf insgesamt 1,4 Millionen Hektar angebaut. Das entspricht in etwa einer Fläche der Größe Schleswig-Holsteins. Das ist viel zu wenig, um die vorhandenen Biodieselanlagen auszulasten. Raps muss daher in großen Mengen importiert werden. Im abgelaufenen Wirtschaftsjahr 2005/6 stiegen die Rapseinfuhren nach Angaben der Zentralen Markt- und Preisberichtsstelle für Erzeugnisse der Land-, Forst- und Ernährungswirtschaft (ZMP) um das Dreieinhalbfache auf 880 000 Tonnen“, führt Janßen aus.

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