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Warum wir uns vor Handystrahlung schützen sollten
Kategorie: MobilfunkAutor: Herwig Borr
Schon 1994 wurde durch die Düsseldorfer Mediziner Dr. Annemarie und Dr. Hans-Joachim Petersohn das Phänomen der so genannten Geldrollenbildung der roten Blutkörperchen beobachtet. 2 Schüler, Maria Ritter und Wasgan Wolski, bestätigten im Rahmen von "Jugend forscht" im März 2005 das Phänomen. Roten Blutkörperchen lagern sich unter dem Einfluss von Handystrahlung zusammen, sie verklumpen regelrecht. Der Effekt der Geldrollenbildung bei einem kurzen Telefonat von 20 Sekunden ist signifikant. Er ist im Blut sowohl am Ohr als auch am Finger zu erkennen und auch noch 10 Minuten nach dem Telefonat vorhanden. Wenn rote Blutkörperchen verklumpen verringert sich ihre Oberfläche, folglich wird nur ein Teil der Gase Sauerstoff und Kohlendioxid transportiert. Verklumpungen in kleinsten Blutgefäßen könnten Verstopfungen mit Infarkt- und Thrombosefolge haben. Mehr noch: Rote Blutkörperchen, vom Knochenmark gebildet, werden früher als üblich ins Blut freigegeben. Die Anzahl der Monozyten ("Polizei des Blutes") wird verringert. Der MCHC-Wert (beschreibt die Hämoglobinmenge im Blut) fällt ab.
Durch die Reflex-Studie wurde die Fähigkeit der Handystrahlung bekannt, die so genannte Blut-Hirn-Schranke (BHS) zu öffnen, wodurch Giftstoffe und körpereigene, aber Gehirn fremde Stoffe ins Gehirn gelangen können. Die BHS ist eine Barriere zwischen Blutkreislauf und Gehirn für größere Moleküle, wie Proteine, und Giftstoffe. Die offenbar so ins Gehirn gelangenden Albumine lagern sich dann in Nervengeweben des Gehirns ab. Zudem beobachteten die Forscher ein bis dahin unbekanntes Phänomen: Im Gehirn einiger Versuchstiere fanden sie zahlreiche "dunkle Nervenzellen", geschrumpfte, funktionsuntüchtige Neuronen. "Dunkle Neurone" findet man auch bei Menschen, vor allem im Alter und bei Alzheimerkranken. Die Untersuchungen wurden von Leif G. Salford und seinem Team durchgeführt. Salford hat schon früher bewiesen, dass schwache, gepulste Mikrowellenstrahlung signifikante Öffnungen der BHS verursacht. Albumin ist ein körpereigenes Eiweiß, das normalerweise nicht ins Hirn gelangt.
Mobiltelefone verändern Hirnfunktionen: Eine vom amerikanischen Regierungsinstitut National Institut for Environmental Health Sciences finanzierte Studie stellt im Tierversuch EEG-Veränderungen fest. Im Menschen-EEG werden durch Handystrahlung die Gehirnfrequenzbänder Alpha 1 (8 - 10 Hz), Alpha 2 (10 - 12 Hz) und Beta (13 - 20 Hz) verändert, so der Salzburger Umweltmediziner Dr. Oberfeld.
Eine Studie der Colorado State University, USA, hat herausgefunden, dass bei Handytelefonierern, die länger als 25 Minuten am Tag mit dem Handy telefonierten, der Melatoninspiegel deutlich reduziert war. Der Effekt trat bereits nach 3 Tagen auf. Das Hormon Melatonin steuert unseren Biorhythmus. Eine Reduzierung von Melatonin, so wird vermutet, begünstigt bestimmte Krebsarten
Diese Beispiele biologischer Effekte von Handystrahlung stehen für eine sehr viel längere Liste festgestellter oder vermuteter Effekte.
