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16.09.2005 07:29 Alter: 6 yrs

Warum wir uns vor Handystrahlung schützen sollten

Kategorie: Mobilfunk
Autor: Herwig Borr

Der Risikofaktor Handy beinhaltet auch sozialen Konfliktstoff quer durch Familien. Ginge es nach vielen Eltern, so müssten ihre Kinder aufs Handy verzichten. Kinder und Jugendliche können sich aber heute dem sozialen Gruppendruck nicht entziehen. Verschiedene Regierungsorganisationen (Großbritannien, Dänemark) wie auch die Wiener Ärztekammer raten mittlerweile, Kinder unter 10 überhaupt nicht mit dem Handy telefonieren zu lassen und Jugendliche nur im Ausnahmefall. Die israelische Kommunikationsministerin Dalia Itzik plant, wegen des Krebsrisikos für Kinder einen Warnhinweis auf Handys anzubringen. Damit wolle die Regierung auf eine neue Studie der Weltgesundheitsorganisation (WHO) reagieren, sagte sie in Jerusalem. Ob Kinder und Jugendliche sehr viel empfindlicher auf Handystrahlung reagieren, ist nicht bewiesen, aber zu vermuten, denn insbesondere der Schädelknochen ist bei ihnen noch sehr viel dünner entwickelt. Anderseits warnt Prof. Rüdiger, einer der Wissenschaftler der Reflex-Studie, vor vorschnellen Schlüssen. Sein Argument, Reflex hätte gezeigt, dass ältere Zellen empfindlicher reagiert hätten. Wie wenig die Wissenschaft eigentlich über HF-Strahlung weiß, wird hier offenkundig. Reflex hat wissenschaftliche Überraschungen gebracht. Vermutlich werden weitere, insbesondere in der Frage von Langzeitauswirkungen folgen. Es scheint, als ob wir unfreiwillig an dem größten wissenschaftlichen Experiment aller Zeiten teilnehmen. Das Bundesamt für Strahlenschutz hat somit Recht, wenn es zur präventiven Vorsicht im Umgang mit Mobiltelefonen rät. Solange es keine endgültigen wissenschaftlichen Erkenntnisse gibt, sollten wir unsere Strahlenexposition so weit als möglich reduzieren. Vorsorge ist der beste Gesundheitsschutz. Ein rauchender Schornstein, den wir mit unseren Sinnen wahrnehmen können, wird heute allgemein als manifeste Umweltbelastung verstanden. Für viele schwer nachvollziehbar ist hingegen, warum Hochfrequenz-Strahlung, die mit unseren Sinnen direkt nicht wahrnehmbar ist, gesundheitsschädlich sein könnte.

Die Wahl eines Handys mit niedrigem so genanntem SAR-Wert (spezifische Absorptionsrate) hilft ein wenig. Eine entscheidende Verringerung der Strahlenexposition wird so aber nicht erreicht. Ebenso wenig helfen Headsets, denn (vielen nicht bekannt) das Headset am Handy wird selbst zur Strahlenantenne. Kaum vorstellbar, wie jemand bei Benutzung eines Headsets sein Handy am ausgestreckten Arm in der Hand hält, um die Hauptstrahlenquelle so weit wie möglich vom Körper fernzuhalten. Realistisch ist, dass der Kopf durch das Headset und eine zusätzliche Körperregion durch das Handy bestrahlt wird. Auch Bluetooth ist keine Alternative, denn dies würde nur bedeuten, die Strahlung des Handys am Kopf durch die des Bluetooth-Senders zu ersetzen. Auch hier lautet die konkrete Frage: Wird das Handy irgendwo entfernt abgelegt oder steckt es "praktischer Weise" in der Hosentasche? Die Strahlenexposition durch Handys kann aber durch spezielle Abschirmprodukte wirkungsvoll reduziert werden.


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