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20.11.2002 16:27 Alter: 10 yrs

Wieder Gefahr durch Öl

Kategorie: Meeres- und Gewässerschutz
Autor: Mario Gundlach

Der vor wenigen Tagen vor der iberischen Halbinsel im Atlantik havarierte und gestern versunkene Tanker 'Prestige' sorgt weiterhin für große Angst in den Küstenregionen.

Vor dem Sinken des Schiffes sind bereits rund 4.000 Tonnen Öl in das Meer gelangt und haben rund 200 km Küste im Nordwesten Spaniens in Mitleidenschaft gezogen. Noch einmal dieselbe Menge soll beim Untergang des Tankers ausgetreten sein.

Schlechtes Wetter und raue See haben es erschwert, entsprechende Maßnahmen zu ergreifen, wie beispielsweise das Errichten sogenannter Ölbarrieren. Mittlerweile ist es den Einsatzkräften jedoch gelungen, eine schwimmende Sperre mit einer Gesamtlänge von 28 Kilometern um den gesunkenen Tanker zu errichten.

Aber selbst die bereits verlorengegangene Menge von rund 8.000 Tonnen Öl ist bei weitem nicht die größte Gefahr, der sich die Natur in dieser Region ausgesetzt sieht. Mehr als 65.000 Tonnen Schweröl befinden sich noch in den Tanks des versunkenen Schiffes – und niemand weiß, ob und wie lange sie dem Druck unter Wasser widerstehen können. Spezialisten halten sich zu einem Großeinsatz bereit, falls es zu einem Bruch der Tanks kommen sollte.

Der Leiter des Meeresschutzprogramms von Greenpeace in Spanien, Mario Jose Caballero, spricht von einer Zeitbombe auf dem Meeresgrund. Die noch im Bauch des Tankers befindliche Menge von mehr als 65.000 Tonnen Schweröl ist zweimal so hoch, wie die der 1989 vor Alaska havarierten 'Exxon Valdez'.

Man müsse davon ausgehen, dass die übrige Ladung der 'Prestige' ebenfalls austreten werde, so Caballero weiter. Eine Verschmutzung durch Schweröl sei schwerwiegender, da es sich im Gegensatz zu Rohöl nicht verflüchtige.
Es käme zur Verschmutzung durch eine klebrige und zähflüssige Masse. Allerdings besteht laut Behörden die Hoffnung, dass sich das Öl in dem kalten Wasser schnell zu Klumpen bildet und zunächst nicht an die Oberfläche tritt.

In knapp zweieinhalb Jahren, im März 2005, war die Stilllegung der 'Prestige' geplant. Dennoch teilte das Amerikanische Schifffahrtsbüro mit, dass der Tanker erst im letzten Monat in St. Petersburg geprüft worden war und zum Zeitpunkt des Unglücks den Anforderungen entsprochen habe. Auch bei vorhergehenden Inspektionen hätte es keine Schwierigkeiten gegeben.

Dennoch kam es zu dem Unglück, welches bereits jetzt trotz großer Mühen der zahlreichen freiwilligen Helfer an der Küste nördlich der Stadt La Coruna unzähligen Fischen und Vögeln in der Region zum Verhängnis wurde.


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Freitag, 22-11-02 16:29, Kommentar von Frank D. :

Hi,

besonders tragisch finde ich die Tatsache, dass die Nord-West-Küste Spaniens bereits mehrfach Opfer von Ölkatastrophen war. Die Natur hat es dort unheimlich schwer, zur Ruhe zu kommen und sich zu erholen:

Mai 1976
Vor dem Hafen der nordspanischen Küstenstadt La Coruña, in deren Nähe auch das jetzige Unglück geschah, zerschellt der spanische Tanker ”Urquillo”, mehr als 100.000 Tonnen Öl verpesten die Küste

Dezember 1978
Der griechische Tanker ”Andros Patria” mit 200.000 Tonnen Öl an Bord gerät vor der spanischen Küste in ein Unwetter. Nordwestlich von La Coruña fängt der Tanker Feuer, 34 der 37 Seeleute an Bord kommen ums Leben. 50.000 Tonnen Öl laufen aus.

Dezember 1992
Wie 16 Jahre zuvor die ”Urquillo” zerschellt der griechische Frachter ”Aegean Sea” vor dem Hafen der nordspanischen Küstenstadt La Coruña. 70.000 Tonnen Öl fließen ins Meer und verpesten fast 200 Kilometer der galicischen Küste.

(Quelle: KStA)

Und jetzt die Prestige. Man kann nur hoffen, dass sich das Wetter beruhigt und möglichst viel Öl vor Erreichen der Küste entsorgt werden kann!

Frank

 
 

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