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Neue Uranminen am Grand Canyon geplant

Navajo bleiben hart: Uranbergbau bleibt auf ihrem Land verboten. Doch Bush will am Grand Canyon Uran ausbeuten.

Das Volk der Navajo bleibt bei seinem strikten „Nein“ zum Uranbergbau. Die Navajo Nation werde alle möglichen Schritte unternehmen, um jegliche Uranbausbeutung in oder nahe seines Territoriums zu verhindern, warnte Navajo Nation Präsident Joe Shirley, Jr. am 30.03.2008 die Regierung der Vereinigten Staaten. Grund: Vergangenen Dezember erlaubte der U.S. Forest Service (die staatliche Forstbehörde) dem Unternehmen VANE Minerals, LLC, Probebohrungen für die Uranausbeutung rund 5 Kilometer südlich des Grand Canyon-Nationalparks. Die in der Region lebenden Indianervölker wurden dabei nicht gefragt.

„Es ist für mich gewissenlos, wenn die Bundesregierung die Erlaubnis für die Wiederaufnahme des Uranbergbaus nahe der Navajo Nation in Betracht zieht, während wir weiterhin unter den Folgen der früheren Uranminen leiden“, so Navajo-Präsident Shirley. „Wir wollen nicht, dass eine neue Generation von Kindern mit Missbildungen auf die Welt kommt.“ Die Navajo Nation werde nicht erlauben, dass seine Bevölkerung mit Krebs und anderen durch Radioaktivität ausgelöste Erkrankungen leben muss, während gesichtslose Firmen die Profite einstreichen.

Während des Kalten Krieges beutete die US-Regierung rücksichtslos die Uranvorkommen des Navajo-Reservats sowie in seiner Umgebung für ihr Atomwaffenprogramm aus. Weite Teile des Gebiets sowie Grundwasservorkommen wurden radioaktiv verseucht, und Navajo-Arbeiter ohne ausreichenden Strahlenschutz und uninformiert in die Minen geschickt. Präsident Sherley: "Das Vermächtnis des Uranbergbaus zerstört weiterhin Menschen und Land. Die Minenarbeiter, ihre Familien und ihre Nachbarn leiden unter erhöhten Krebsraten und anderen Strahlenkrankheiten.“ Die ausgebeuteten Minen seien einfach sich selbst überlassen worden: offene Wunden voll mit ungesichertem, radioaktivem Abfall. Die Firmen, die das Uranerz verarbeiteten, pumpten ihren strahlenden Abfall in offene Gruben und setzen Boden und Wasser der Radioaktivität aus.

„Viele von meinem Volk und auch viele unserer Medizinleute starben“, beklagt der Navajo-Präsident. „Und als Folge davon verloren wir einen großen Teil unserer Kultur.“ Wenn einer der Medizinmänner oder Medizinfrauen mit ihrem Wissen sterbe, dann sei das wie eine Bibliothek, die verloren gehe. „Dies geschah mit meinem Volk“, so Shirley. "

Und damit dies niemals wieder so geschehen kann, verabschiedeten 2005 die Navajo Nation unter Federführung von George Arthur den Diné Natural Resources Protection Act: ein Gesetz, das den Uranbergbau einfürallemal in ihrem Territorium verbietet. Joe Shirley, Jr., George Arthur und der Navajo Tribal Council wurden dafür mit dem internationalen Antiatompreis, dem Nuclear-Free Future-Award 2005 geehrt.

Norbert Suchanek

 

Norbert Suchanek
Journalist und Autor
Internet: www.norbertsuchanek.org
E-Mail: norbert.suchanek(at)online.de