Aufruf gegen Landraub
Die Menschenrechtsorganisation FIAN ruft zur Unterzeichnung der Dakar-Erklärung gegen Landraub auf. Rund um den Globus werden Menschen von ihrem Land, ihren Feldern und Wäldern vertrieben, vor allem in Lateinamerika, Afrika und Südostasien. Dies verstoesst nicht nur gegen die Menschenrechte, sondern gefährdet auch Nahrungsmittelsicherheit sowie die biologische und kulturelle Vielfalt unseres Planeten.
www.fian.org
http://www.petitiononline.com/dakar/petition.html
Protestaktion: Andritz AG - Hände weg von Belo Monte!
Der geplante Mega-Staudamm Belo Monte am Xingu-Fluss in Brasilien bedroht die Lebensgrundlagen tausender Menschen. Am 14.2.2011 hat die österreichische Andritz AG angekündigt, sich am Bau des Staudammprojekts ‚Belo Monte’ zu beteiligen. Deshalb startete nun die Dreikönigsaktion seine Protestbewegung gegen Andritz und Belo Monte. Im Protestbrief heisst es: "Dieses Projekt hätte schreckliche Auswirkungen auf die Menschen und Natur am Xingu-Fluss: Bis zu 40.000 Menschen würden zwangsumgesiedelt und noch viel mehr durch das weitgehende Trockenlegen des Flussabschnittes 'Volta Grande’ ihrer Lebensgrundlagen beraubt. Hunderte Quadratkilometer Regenwald und einmaliger Artenreichtum gingen unwiederbringlich verloren. Durch den zu erwartenden Zustrom von rund 100.000 Menschen würde in Altamira und Umgebung Chaos herrschen. "
BASF-Kartoffeln auf deutschen Äckern
Der Chemiekonzern BASF wird seine genveränderte Stärkekartoffel Amflora auch in diesem Jahr wieder in Deutschland anbauen. Eine so genannte Arbeitsgemeinschaft Innovativer Landwirte werde sich um den Anbau der BASF-Kartoffel in Üplingen in Sachsen-Anhalt kümmern. Außerdem sollen die Gen-Knollen auch in Schweden wachsen. In Brasilien wurde bereits im vergangenen Jahr die erste Gen-Soja-Sorte aus dem Hause BASF genehmigt. Die herbizidtolerante Gen-Soja-Bohne wurde in Brasilien zusammen mit der staatlichen Agrarforschungsagentur Embrapa entwickelt.
Umwelt-Drama auf den Philippinen
Rettet den Regenwald berichtete Ende Januar, dass sich auf der Palawan Insel (Philippinen) eine Tragödie abspielt: "Am Montag wurde der Menschenrechtler und Radio-Moderator Gerry Ortega erschossen." Mitstreiter vom indigenen Umwelt-Netzwerk ALDAW sind sich sicher, dass Ortega getötet wurde, weil er öffentlich die sozial und ökologisch rücksichtslosen Bergbaupläne der Regierung kritisierte. Gefährdet sind Regenwälder und Lebensraum der Ureinwohner von Palawan.
Rettet den Regenwald ruft zu Protesten gegen die Zerstörung des artenreichsten Lebensraumes der Philippinen auf.
Auch Obama steht auf Gentechnik
So wie Clinton oder Bush setzt auch Präsident Obama die Lobby-Arbeit für die Gentechnik-Industrie fort. Wie der Deutschlandfunk am 26.01.2011
berichtete, enthüllte WikiLeaks Botschaftsdepeschen, die zeigen, wie sehr sich Washington die wirtschaftlichen Interessen der US-Biotechindustrie zu eigen gemacht oder besser gesagt unterworfen hat. "Die Politik der Vereinigten Staaten hat stets darin bestanden, andere Länder zu drangsalieren, ihre Märkte für genetisch veränderte Nahrungsmittel zu öffnen", kritisiert Jeffrey Smith, der Direktor des nichtsstaatlichen Instituts für verantwortungsbewusste Technologie in den USA. "Der ehemalige US-Botschafter in Paris Craig Stapleton schlug 2007 vor, die hartnäckigsten Blockierer in der EU mit Vergeltungsmaßnahmen zu bestrafen. In Madrid stimmten US-Diplomaten ihre Strategie sogar direkt mit einem Manager des US-Konzerns ab", so der Deutschlandfunk.
Dioxin in Huhn, Ei und Schwein
Jedes sechste getestete Ei enthielt Dioxin. Das zumindest geht aus einem Bericht des Bundeslandwirtschaftsministeriums Ende Januar hervor. Bei Schweinefleisch sei nur eine von 127 Proben über dem Grenzwert gelegen. Doch auch nur ein mit dem Supergift Dioxin verseuchtes Schwein ist ein Schwein zu viel! Alle Jahre wieder werden wir mit Dioxin-Skandalen geschockt. Schuld ist eine industrialisierte, rücksichtlose Landwirtschaft, die im wahrsten Sinne des Wortes ihren Boden längst verloren hat und deshalb auf Futtermittelimporte aus aller Herren Länder und aus allen Quellen setzt. Hauptsache billig. Das Dioxin im Tierfutter stammte aus Restfetten der Biogasproduktion.
Auch Löwen mögen keine Dioxinschweine
Wie die TAZ Ende Januar berichtete, habe Niedersachsen eine Lösung für dioxingeplagte Agrarbetriebe gefunden: "Obwohl 140 Schweine aus dem niedersächsischen Langwedel (Kreis Verden) nachweislich mit dem Umweltgift belastet sind, soll ihr Fleisch bald ganz legal auf den Tellern der Verbraucher landen." Der Trick: Jungschweine, die mit dioxinbelastetem Futter gemästet wurden und nun selbst gefährliche Dioxinbomben sind, sollen so lange mit unbelastetem Futter gemästet werden, bis sich das angereicherte Dioxin in der Schweinemasse wieder "verdünnt" und den Grenzwert unterschritten hat. Die Frage ist, auf welchem Teller das letztlich nur mit einem bisschen Dioxin belastete Fleisch dann landen wird. Laut einem Bericht der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung wurde bereits versucht, das Verdener Dioxinfleisch an Tierparke zur Löwenfütterung zu verscherbeln. Die Tierparkbetreiber hätten jedoch dankend abgelehnt. Der diesjährige Dioxinfleischskandal erinnert im übrigen auch an den Skandal mit der radioaktiven Tschernobyl-Molke vor rund 25 Jahren und dem verseuchten Milchpulver, das am Ende in Afrika und in Brasilien landete und dort Kleinkinder verstrahlte.
Umweltbundesamt warnt vor Überdüngung
Jochen Flasbarth, der Präsident des Umweltbundesamtes, fordert einen Umbau der Landwirtschaft: "Dass wir mit immer größerem industriellen Aufwand die Tierproduktion vorantreiben und dadurch die Ökosysteme aus den Fugen bringen, ist ein falscher Weg." Auch müsste unsere Landwirtschaft weniger Dünger verwenden. Die Stickstoffbelastung habe in Deutschland dramatische Ausmaße erreicht. Die deutschen Agrarbetriebe hätten das von der Bundesregierung gesetzte Ziel verfehlt, zwischen den Jahren 1990 bis 2010 den Stickstoff-Überschuss pro Hektar und Jahr von 133 auf 80 Kilogramm zu senken. Erreicht wurde lediglich eine Senkung auf nur rund 100 Kilogramm. Zu viel Stickstoffdüngung ist doppelt gefährliche, weil dabei Lachgas auf den Feldern frei wird. Lachgas ist eines der stärksten Treibhausgase!
Norbert Suchanek
Journalist und Autor
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