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20.10.2013 11:20 Alter: 4 yrs

Wasserverschmutzung durch Mikroplastikpartikel

Kategorie: Meeres- und Gewässerschutz
Autor: One Earth - One Ocean e. V.

One Earth - One Ocean erforscht mit Kooperationspartnern den Anteil von Mikroplastik in Gewässern

Die Verschmutzung der Weltmeere, Flüsse und Seen ist eine der größten Herausforderungen für unsere Gesellschaft. Die Umweltorganisation One Earth - One Ocean e.V., die sich die Reinigung der globalen Gewässer vom Plastikmüll auf ihre Fahnen geschrieben hat und dafür kürzlich mit dem renommierten GreenTec Award 2013 ausgezeichnet wurde, verfolgt auch wissenschaftliches Interesse. So kooperiert der Verein seit Anfang des Jahres mit der traditionsreichen Container-Linienreederei OPDR aus Hamburg sowie dem Biologen Prof. Dr. Christian Laforsch von der Universität Bayreuth, um in Wasserproben den Anteil an Plastikpartikeln in Flüssen und Ozeanen untersuchen zu lassen.

Aktuellen Schätzungen von Wissenschaftlern zufolge treiben in unseren Ozeanen bereits bis zu 150 Millionen Tonnen Plastik, jedes Jahr kommen weitere 6,4 Millionen Tonnen hinzu. Plastikmüll im Meer verschwindet nicht einfach, sondern ist sehr haltbar und wird durch Zersetzung und mechanische Einflüsse in kleinste Partikel aufgespalten, die sich überall verteilen und kaum mehr entfernt werden können. Meerestiere halten das Plastik für Nahrung und gehen daran zugrunde. Und über die schleichende Einwirkung auf die Nahrungskette bedrohen Plastikbestandteile (z.B. Weichmacher) auch uns Menschen.

One Earth - One Ocean e.V. verfolgt mit seiner Idee einer "maritimen Müllabfuhr" die Vision, mit speziell entwickelten Katamaranen unterschiedlicher Größe den sichtbaren Plastikmüll auf Meeren und Binnengewässern zu entfernen. Der Müll wird dabei in engmaschigen Fangnetzen gesammelt, die unter dem Schiff angebracht sind. Erste Prototypen kleiner Schiffe von etwa vier Metern Länge und zwei Metern Breite für die Reinigung von Binnengewässern namens "Seehamster" sind bereits im Einsatz. In Kürze soll mit dem Bau der "Seekuh", eines Prototypen mit einer Größe von ca. 12 x 10 Metern, zur Reinigung von küstennahen Gewässern begonnen werden. Für seine Vision erhielt der Gründer Günther Bonin Ende August auch Europas wichtigsten Umwelt- und Wirtschaftspreis, den GreenTec Award 2013.

Problem des Mikroplastiks in Gewässern


Dagegen sind die mittel- bis langfristigen Auswirkungen des Mikroplastiks auf Mensch und Tier noch gar nicht hinreichend erforscht, geschweige denn, dass es tragfähige Lösungen für   seine Beseitigung aus den Gewässern gäbe. Deshalb engagiert sich der gemeinnützige Verein One Earth - One Ocean e.V. auch für die Erforschung von Mikroplastik. Zu diesem Zweck hat Günther Bonin zwei Kooperationen angestoßen. Zum einen mit der Hamburger Container-Linienreederei OPDR, die mit ihren Schiffen feste Routen zwischen Nordeuropa und Afrika befährt, die regelmäßig Wasserproben der Elbe in Hamburg, der Nordsee, des Atlantiks und des Mittelmeers nehmen. "Wir freuen uns sehr, dass die Reederei OPDR unsere Aktion aktiv unterstützt. Ein gutes Beispiel dafür, wie die Hochseeschifffahrt aktiv in das Forschungsprojekt eingebunden werden kann", erklärt Günther Bonin, Gründer des Vereins One Earth - One Ocean e.V., die Kooperation. "Wir würden uns freuen, wenn weitere Reedereien mitmachten, um langfristig weltweit ein Bild des Verschmutzungsgrades der Gewässer zu erhalten."

Diese Wasserproben werden dann durch den wissenschaftlichen Kooperationspartner, den Lehrstuhl für Tierökologie I, Fachgruppe Biologie, Fakultät für Biologie, Chemie und Geowissenschaften an der Universität Bayreuth wissenschaftlich ausgewertet. Deren Leiter, Prof. Dr. Christian Laforsch, hat seinen Forschungsschwerpunkt im Bereich der Zoologie und Evolutionsökologie, d.h. er untersucht, wie sich Organismen an veränderte Umweltbedingungen anpassen. Kürzlich hat er von sich Reden gemacht, als er den Anteil an Mikroplastik im Gardasee analysierte.

Auf Seiten von One Earth - One Ocean wird das Projekt betreut durch den Mikrobiologen Dr. Rüdiger Stöhr. Als Referendar an der Elly-Heuss-Knapp-Schule Neumünster (EHKS) unterrichtet Herr Dr. Stöhr Biotechnologie. Im Rahmen eines Schülerprojekts werden die Wasserproben der Reederei für die wissenschaftliche Analyse vorbereitet. Die Schiffsbesatzungen der OPDR nahmen bereits mehrere Wasser-Probereihen, die derzeit in Bayreuth am Institut von Prof. Dr. Christian Laforsch wissenschaftlich ausgewertet werden. Erste Ergebnisse werden in den nächsten Wochen erwartet.

"Für uns ist die Erforschung des Problems Mikroplastik von zentraler Bedeutung", kommentiert Bonin. "Die Ergebnisse sollen dazu beitragen, die Größenordnung des Problems seriös einzuschätzen und so die Dringlichkeit von Lösungswegen national und international einzufordern. Hier leisten wir gerne unseren Beitrag."

One Earth - One Ocean e. V.
Die Umweltorganisation One Earth - OneOcean mit Sitz in München Garching hat das Ziel, Gewässer vom Plastikmüll zu befreien. Bereits heute schwimmen auf den Weltmeeren riesige Teppiche aus Plastikmüll, der größte davon im Pazifik ist so groß wie Mitteleuropa, d.h. wie Deutschland, Österreich, Schweiz, Polen, Luxemburg, Ungarn und Tschechien zusammen. Schreitet die Verschmutzung im derzeitigen Tempo weiter voran, werden die Meere in wenigen Jahren vollständig vermüllt sein.

Gründer von One Earth - One Ocean (OEOO) ist Günther Bonin, 56, Inhaber einer IT-Firma und passionierter Segler. Seine Vision der ?maritimen Müllabfuhr" gliedert sich in mehrere Stufen: In einem ersten Schritt wird der Plastikmüll mit speziell von ihm entwickelten Geräten auf den Meeren eingesammelt, sortiert und zerkleinert. Trennung und Recycling des Mülls erfolgt an Land. In einer späteren Phase soll das gesammelte Plastik direkt an Bord von Tankern in Öl rückverwandelt werden. Aus einer Tonne Plastik lassen sich ca. 900 Liter Öl rückgewinnen.


Was wie die Utopie eines Idealisten klingt, nimmt mittlerweile konkrete Formen an. Mehr als 100 Unternehmen und Privatpersonen, darunter die Deutsche Telekom AG, unterstützen das Projekt in unterschiedlicher Weise. Der prominenteste unter ihnen ist Thomas Hahn, der bei BMW Oracle das Siegerschiff des America's Cup mitkonstruierte. Hahn unterstützt OEOO auch bei der Entwicklung der Müllschlucker-Schiffe. Erste Prototypen sind bereits fertiggestellt und im Einsatz. Im August 2013 wurde One Earth - One Ocean e.V. mit dem renommierten GreenTec Award 2013, Europas größtem Umwelt- und Wirtschaftspreis, ausgezeichnet.

Weitere Informationen erhalten Sie unter Opens external link in new windowhttp://www.oneearth-oneocean.com oder auf der Facebook-Seite unter Opens external link in new windowhttps://www.facebook.com/pages/One-Earth-One-Ocean/163573257046660

Spendenkonto
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